zur Navigation springen

Der Spielfeldrand als Trainer-Bühne

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

shz.de von
erstellt am 11.Dez.2013 | 00:31 Uhr

Die Übertragung von Fußballspielen ist in erster Linie für Anhänger des Fußballspiels gedacht. Aber nicht nur. Wer sich nicht im Geringsten für die Unterbringung des Runden in das Eckige interessiert, sondern etwa für das Verhalten von Menschen in Extremsituationen, kommt ebenfalls voll auf seine Kosten. Jedes wichtige Spiel wird von mindestens einem Dutzend Kameras in allen Einzelheiten verfolgt. Zwei Objekte stehen dabei immer im Fokus: Erstens der Ball und zweitens der Trainer, und dessen Verhalten ist oft viel unterhaltsamer als das Treiben auf dem Rasen.

Natürlich weiß jeder Trainer, dass jedes Mienenspiel, jeder Wutausbruch und jeder Freudentanz einem Millionenpublikum vorgeführt wird. Die großen Trainer haben sich daher zu Schauspielern entwickelt. Einer der Besten ist der Dortmunder Klopp, der Wahl-Bayer Guardiola droht ihm jedoch den ersten Rang abzulaufen. Bezahlt werden sie und ihre Kollegen für den Tabellenstand ihrer Mannschaft. Aber nicht nur. Ihnen droht auch dann der Verlust des Arbeitsplatzes, wenn ihre schauspielerische Leistung zu wünschen übrig lässt. Ein Beispiel ist der Schalker Trainer Jens Keller. Trotz einiger Verluste steht seine Mannschaft in der Tabelle gar nicht so schlecht da, aber dem Trainer wird vorgeworfen, seine „Außendarstellung“ sei unbefriedigend. Er jubelt und schimpft zwar noch zufriedenstellend, aber bei den Interviews gibt er angeblich kein gutes Bild ab. Bei der Trainerausbildung sollte daher der Schauspielunterricht stärker berücksichtigt werden.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen