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Kinderporno-Affäre : Der Fall Edathy: Reaktionen auf den 5000-Euro-Freischein

vom
Aus der Onlineredaktion

Der Prozess gegen Sebastian Edathy endet spektakulär: 5000 Euro muss der ehemalige Abgeordnete zahlen. Die Menschen im Netz sind empört.

Verden | Der Prozess gegen Sebastian Edathy wegen des Besitzes von kinderpornografischen Inhalten ist kaum vorbei, da bestreitet der ehemalige SPD-Abgeordnete auch schon, seine Erklärung im Gericht sei ein Geständnis gewesen. „Ich begrüße die Einstellung des Verfahrens durch das Landgericht Verden. Eine Fortsetzung wäre unverhältnismäßig gewesen. - Ich weise darauf hin, dass ein ,Geständnis‘ ausweislich meiner heutigen Erklärung nicht vorliegt.“ Die Staatsanwaltschaft sei mit dem Wortlaut der Erklärung einverstanden gewesen. Eine Schuldfeststellung sei damit ausdrücklich nicht getroffen worden, so der 45-Jährige.

Die Staatsanwaltschaft warf Edathy vor, im November 2013 über das Internet kinderpornografische Videos und Bilder mit nackten Jungen unter 14 Jahren heruntergeladen zu haben. Edathy hat dies immer bestritten und lediglich eingeräumt, legale Bilder besessen zu haben. Die Ermittler waren auf den 45-Jährigen aufmerksam geworden, weil sein Name auf der Kundenliste einer kanadischen Firma aufgetaucht war, die auch Kinder- und Jugendpornos vertrieben haben soll. Die Strafkammer verkündete am Montag am zweiten Prozesstag die Einstellung des Prozesses gegen eine Geldauflage von 5000 Euro. Edathys Schuldeingeständnis war Voraussetzung für die Einstellung des Verfahrens.

Edathy hatte am Montagvormittag eine Erklärung seines Anwalts Christian Noll verlesen lassen. In dieser räumte der ehemalige SPD-Abgeordnete ein, kinderpornografische Fotos aus dem Internet heruntergeladen zu haben. „Die Vorwürfe treffen zu. Ich habe die Gegenstände in meinem Besitz gehabt“, sagte Noll im Namen von Edathy. „Ich habe lange gebraucht, um diesen Fehler einzugestehen. Ich bereue, was ich getan habe“.

Gegenüber ndr.de widersprach Gerichtssprecherin Katharina Krützfeldt der Darstellung Edathys auf Facebook. Er habe eine geständige Einlassung abgegeben, sagt Krützfeldt. Daher sei es völlig irrelevant, was er auf Facebook schreibe. „Entscheidend ist einzig und allein, was im Gerichtssaal gesagt wurde.“

Auf Twitter reagieren viele Nutzer mit Unverständnis über die deutsche Rechtsprechung:

Hier und da werden Vergleiche gezogen...

Auch zweifeln einige Twitterer an der Glaubwürdigkeit Edathys...

...oder versuchen es mit schwarzem Humor.

Doch es gibt auch Kommentatoren, die Sebastian Edathy in Schutz nehmen. Monatelang stand der ehemalige SPD-Abgeordnete am Pranger.

Ralf Stegner distanziert sich klar von Edathy und bemängelt ein Fehlen von Reue:

Am Ende bleibt die Frage: Der Fall Edathy – ein Mann, gestraft auch ohne Urteil? Weitere Tweets zum Hashtag #Edathy:

(mit dpa)

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erstellt am 02.Mär.2015 | 14:25 Uhr

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