Der Bierbecherwurf

shz.de von
27. Juni 2014, 11:55 Uhr

Immer wieder Ärger mit dem Fußball. Auch mit den Fußballfans. Da ist doch jetzt der mutmaßliche Bierbecherwerfer von St. Pauli freigesprochen worden. Aus Mangel an Beweisen. Es gab zwei Zeugen: Einen, der gesehen hat, dass der Becher geworfen wurde und einen, der gesehen hat, dass der Linienrichter von einem Bierbecher getroffen wurde. Abwurf und Treffpunkt sind also dokumentiert. Es ist jedoch nicht sicher, dass es sich bei dem abgeworfenen und dem angekommenen Bierbecher um denselben Bierbecher handelte. Mit anderen Worten: Die Flugbahn des Bechers wurde von niemandem genau beobachtet, die Kausalität des Vorgangs ist nicht nachgewiesen. Ein dritter Zeuge hat bemerkt, dass der neben ihm stehende Fan im Augenblick des Bierbecheraufpralls am Hals des Linienrichters die Flucht angetreten hat. Dadurch wurde dieser Flüchtende zum Hauptverdächtigen. Seine Flucht hatte ihn verraten, nahm man an. Der Verdächtige behauptet jedoch, er sei weggelaufen, weil er plötzlich „ganz dringend gemusst habe“. Die Staatsanwaltschaft hat daraufhin leider vergeblich versucht, nachzuweisen, dass der Verdächtige in Wirklichkeit gar nicht wirklich „musste“. Also musste er freigesprochen werden.
Da kann man mal sehen, welche Hürden ein Zivilgericht überwinden muss, bevor es zu einem Urteil kommt. Die FIFA dagegen macht es sich einfach: Sofortiges Spielverbot für den bissigen Uruguayer Suarez und vier Monate Sperre – wegen Kannibalismus.

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