Denkmalspflege

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27. Juni 2014, 15:47 Uhr

Da der Spruch von keinem Geringeren als Loriot stammt, wird er als unumstößliche Weisheit weitergereicht: „Ein Leben ohne Mops ist möglich, aber sinnlos“. Die gleiche Aussage über den Schäferhund würde mindestens Stirnrunzeln zur Folge haben. Mag er als Fernseh-Rex noch so viele Übeltäter erwischt haben, sein Image leidet. Ein Denkmal für den Schäferhund, das ginge gar nicht. Der Mops in Bronze dagegen gilt als originell. 50 000 Euro wollen sich die Leute von Brandenburg an der Havel den Spaß kosten lassen. Sie tun es in der Gewissheit, dass der berühmteste Sohn ihrer Stadt die ungewöhnliche Ehrung gutheißen würde. An Vicco von Bülow selbst sollen nur ein paar Spuren am Sockel erinnern. Diese bescheidene Form der Ehrung kommt leider etwas spät. Tausend Tonnen Bronze hätte man sparen können, wenn statt pompöser Reiterstandbilder und überlebensgroßer Statuen lediglich die typischen Merkmale der Geehrten in Erz gegossen worden wären. Bei Bismarck ein Hering, bei Goethe eine Faust, bei Schiller die Locke, bei Einstein die Zunge, bei Churchill die Zigarre und bei Thomas Müller demnächst ein Fuß am Ball.

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