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Politik

13. Dezember 2017 | 22:24 Uhr

Den Ossi gibt’s noch

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

shz.de von
erstellt am 02.Okt.2013 | 00:34 Uhr

Von wegen „einig Vaterland“. Für viele Ostdeutsche ist die deutsche Einheit auch 24 Jahre nach dem Fall der Mauer noch nicht erreicht. Einer Umfrage zufolge sieht sich noch immer nur jeder dritte Ostdeutsche als „richtiger Bundesbürger“. „Der Schock der Wiedervereinigung ist noch nicht verkraftet“, sagt der Dresdner Soziologe Karl-Siegbert Rehberg. Viele Ostdeutsche verstünden sich noch immer – durchaus stolz – als „Ossis“.

Aus Sicht der Westdeutschen haben sich die Lebensverhältnisse in Ost und West weitestgehend angenähert. Das geht aus Daten des Allensbach-Instituts hervor. 78 Prozent der Ostdeutschen aber sähen das anders. Einer Umfrage des Sozialwissenschaftlichen Forschungszentrums Berlin-Brandenburg zufolge glauben 27 Prozent der Ostdeutschen nicht einmal, dass die Lebensverhältnisse je angeglichen werden.

Nur etwa die Hälfte der Menschen in Ostdeutschland ist mit dem Leben zufrieden. Im Vergleich zu früheren Jahren stieg der Anteil allerdings etwas an, wie aus einer gestern vorgestellten Untersuchung im Auftrag der Volkssolidarität hervorgeht. Nur zwölf Prozent der Befragten äußerten sich ausdrücklich als unzufrieden. Dabei geht es weniger um Wohnung, Partnerschaft oder Freizeitgestaltung, sondern um Gerechtigkeit, soziale Sicherheit und Demokratie.

„Das Konstrukt Ostdeutschland gibt es noch – und nicht nur in den Köpfen der Menschen“, sagt Rehberg. Es existiert auch materiell: So haben sich die Bruttolöhne zwar deutlich angenähert, liegen nach Zahlen der Hans-Böckler-Stiftung aber immer noch um 17 Prozent niedriger als im Westen. Die Arbeitslosenquote ist mit 9,6 Prozent höher als im westdeutschen Bundesländern (5,9 Prozent). Dazu kommen teils niedrigere Renten.

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