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Politik

19. November 2017 | 09:44 Uhr

Debatte nach Kiewer Art

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

shz.de von
erstellt am 10.Apr.2014 | 12:23 Uhr

Mit dem Meinungsaustausch ist es schon kurios. Man kann Briefmarken tauschen, aber wie soll das mit der Meinung funktionieren? Jemand geht mit der eigenen Meinung zum Chef und kommt mit dessen heraus? Noch eigenartiger ist der aus der Boxer-Sprache übernommene Schlagabtausch. In dieser Woche gab es ihn wieder – wie jedes Jahr – bei der Haushaltsdebatte. Er sieht so aus, dass die Opposition behauptet, die Regierung habe total versagt, während die angeblichen oder wirklichen Versager ebenso nachdrücklich versichern, sie seien mit sich außerordentlich zufrieden. In den Medien lief das verbale Pingpong-Spielchen den ganzen Tag lang in einer Endlosschleife.

Wie ein echter Schlagabtausch aussieht, zeigten die Abgeordneten des ukrainischen Parlaments. Sie gingen mit Fäusten aufeinander los. Damit erweckten sie beim Publikum deutlich mehr Interesse als dies die Kollegen in Berlin schafften. Solange Angela Merkel Kanzlerin ist, werden wir hierzulande auf den wörtlich genommenen Schlagabtausch verzichten müssen. Offiziell muss man das selbstverständlich begrüßen, aber insgeheim blickt mancher parlamentarische Beobachter doch ein wenig neidisch nach Kiew.

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