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Das können Sie sich sparen

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Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Angesichts der von den Banken gebotenen Mickerzinsen mutet der gestern begangene Weltspartag fast wie eine Farce an. Im vergangenen Jahr haben sich die Konditionen für Sparer im günstigsten Fall nicht gebessert. Der deutsche Verbraucher hat reagiert und legt so wenig auf die Seite wie seit zehn Jahren nicht mehr. Von 100 Euro werden gerade mal 10,30 auf die Hohe Kante gelegt.
Das ist angesichts der niedrigen Zinsen zu wenig. Tagesgeld wirft derzeit durchschnittlich weniger als 0,6 Prozent ab, Festgeld sogar noch weniger, obwohl es über längere Zeiträume angelegt wird. Die Inflationsrate in Deutschland liegt bei 0,8 Prozent oder höher. Tages- und Festgeld können Sie sich sparen. Da liegt das Geld zwar sicher, verliert aber an Wert.

Ähnlich sieht es mit der Lebensversicherung aus. Noch liegt der Garantiezins bei 1,75 Prozent. Das klingt verführerisch. Doch die Verpflichtung, 20 bis 30 Jahre mit diesen Zinsen leben zu müssen, ist es eher nicht. Zumindest sollten Anleger sehr vorsichtig sein, wenn Versicherungsvertreter zur Jahresendrallye trommeln. Schließlich sinkt der auf alle Fälle gezahlte Zins 2015 auf nur noch 1,25 Prozent. Sich aber jetzt das Sparen zu sparen, ist der falsche Schluss. Das Geld wird sonst am Ende der Lebensspanne fehlen. Richtig spart zur jetzigen Zeit, wer Schulden vermeidet. Eine höhere Tilgungsrate beim Eigenheim oder ein beherzter Schritt raus aus dem Dispo lohnen mittel- und langfristig mehr als Sparbuch oder Tagesgeld. Daran wird sich auch im kommenden Jahr wenig ändern. Die erste Bank nimmt nun auch Strafzinsen von ihren Privatkunden. Zwar greift sie erst bei 500 000 Euro Einlagevermögen zu, doch sind die Dämme damit gebrochen. Weitere Institute werden folgen und Parkgebühren fürs Geld verlangen.

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erstellt am 30.Okt.2014 | 19:01 Uhr

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