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USA Primaries 2016 : Das Hillary-Paradoxon: Das Vorwahl-Finale steht bevor

vom
Aus der Onlineredaktion

Selbst eine peinliche Niederlage in Kalifornien an diesem Dienstag sichert Hillary Clinton die Präsidentschaftskandidatur. Doch Bernie Sanders gibt sich rebellisch.

shz.de von
erstellt am 07.Jun.2016 | 07:37 Uhr

San Diego | Im Präsidentschaftswahlkampf der USA stehen am letzten großen Vorwahltag Abstimmungen in sechs Bundesstaaten an. Demokraten und Republikaner wählen in Montana, New Jersey, New Mexico und South Dakota - besonders wichtig aber ist die Abstimmung in Kalifornien, dem größten Vorwahlstaat überhaupt. Die Demokraten wählen außerdem in North Dakota.

Es ist das Finale des Vorwahlkampfs. Die Demokratin Hillary Clinton und der Republikaner Donald Trump dürften sich dabei am Dienstag (Ortszeit) rechnerisch die Mehrheiten sichern.

Nur einer will das noch nicht recht wahrhaben: Bernie Sanders denkt nicht im Traum daran, seiner Konkurrentin um die Nominierung das Feld zu räumen. „Jeder objektive Analyst des Wahlkampfs versteht, dass die Energie und der Aktivismus an der Basis bei uns zu finden ist”, ereifert sich der Vermonter Senator bei einer Kundgebung vor mehr als 4000 enthusiastischen Anhängern im Qualcomm Stadium von San Diego.

Aufhören, aussteigen oder aufgeben - nichts von dem kommt für den linken Parteirebellen so kurz vor der Ziellinie in Frage. Er sieht sich bestätigt durch Umfragen, die Bernie bei den Vorwahlen an diesem Dienstag in Kalifornien gleichauf mit Hillary sehen. In theoretischen Rennen gegen den republikanischen Kandidaten Donald Trump schneidet er regelmäßig besser ab als Clinton.

Sanders Kalkül: Mit einem Sieg in Kalifornien sowie guten Ergebnissen in New Jersey, Montana, New Mexico und South Dakota versucht er nah genug an der führenden Kandidatin dranzubleiben. Auf dem Parteitag in Philadelphia will Sanders dann versuchen die 500 ungebundenen Super-Delegierten - also die gesetzten Funktionäre und Mandatsträger der Demokraten - auf seine Seite zu ziehen.

„Wir werden das auf dem Parteitag entscheiden”, kündigt Sanders trotzig an. Dabei ist schon seit einiger Zeit klar, dass der aufmüpfige Polit-Opa keine wirkliche Chance mehr hat, eine Mehrheit für die Nominierung zu sichern. Mit zwei überzeugenden Siegen bei Vorwahlen in Puerto Rico und auf den amerikanischen Jungferninseln am Wochenende ist Clinton nur noch weniger als 30 Delegierte von der Nominierung entfernt.

Selbst eine peinliche Niederlage in dem größten US-Bundesstaat änderte nichts an der Tatsache, dass Hillary von den insgesamt rund 600 Delegieren, die heute (Dienstag) vergeben werden, genügend holen wird, um über die Hürde zu kommen.

Nach den letzten Vorwahlen am 14. Juni im District of Columbia wird sie mehr Bundesstaaten als Bernie gewonnen haben sowie um gut drei Millionen Wählerstimmen vorn liegen. Allein eine (unwahrscheinliche) Anklage wegen der Email-Affäre könnte die Nominierung noch in Frage stellen.

Die Vorwahl-Ergebnisse in der Übersicht:

 

Während Sanders noch stänkert, übernimmt Clinton bereits die Rolle der Versöhnerin. In einem CNN-Interview versprach Hillary, Bernies Anhänger zu umwerben und die Partei zu einen. „Ich erwarte, dass Senator Sanders das Gleiche tut.“ Die Demokraten müssten vor dem Parteitag zusammenkommen, um Trump im November zu schlagen.

Für den Rechtspopulisten sind die Vorwahlen an diesem Dienstag nur noch Formsache. Er hat bereits eine Delegierten-Mehrheit und tritt ohne Konkurrenten an.    

Die Vorwahl-Ergebnisse im Überblick:

 

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