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Rundfunkbeitrag, Führerschein, Erste Hilfe : Das ändert sich ab dem 1. April 2015

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Im April kommen auf Deutschlands Verbraucher einige Änderungen zu. Was Sie wissen müssen.

shz.de von
erstellt am 01.Apr.2015 | 13:55 Uhr

Kein Aprilscherz, ab dem 1. April ändern sich einige Gesetze und Regeln in Deutschland. Was Sie als Verbraucher wissen sollten:

Rundfunkbeitrag sinkt um 48 Cent

 

Es ist das erste Mal, dass Zuschauer und Zuhörer weniger zahlen müssen für ARD, ZDF und Deutschlandradio. Der Rundfunkbeitrag sinkt ab dem 1. April auf 17,50 Euro statt 17,98 Euro im Monat. Wer einen ermäßigten Beitrag abführt, muss künftig 5,83 Euro statt bislang 5,99 Euro bezahlen. Die Bürger müssen die Beitragshöhe nicht selbst neu berechnen. Die Senkung werde automatisch berücksichtigt, teilte der Beitragsservice von ARD, ZDF und Deutschlandradio (früher GEZ) in Köln mit. Der Rundfunkbeitrag wird seit 2013 pro Haushalt erhoben, die Rundfunkgebühr vorher pro Gerät.

Warum sinkt der Rundfunkbeitrag genau um 48 Cent? Die Regierungschefs der Länder haben das 2014 beschlossen. Vorher hatte die Expertenkommission KEF vorgeschlagen, dass der Beitrag um 73 Cent zurückgehen soll. Die Ministerpräsidenten wollten aber finanziellen Spielraum haben, damit der Beitrag stabil bleibt und nicht 2020 vielleicht wieder erhöht werden muss. Außerdem könnte es nach ihrer Ansicht einen ersten Schritt für weniger Werbung geben.

Kurzzeitkennzeichen nur unter bestimmten Voraussetzungen

 

Das Kurzzeitkennzeichen für Überführungs- und Probefahrten gibt es ab dem 1. April nur noch für Autos mit gültiger Hauptuntersuchung (HU). Daran erinnert der TÜV Nord. Einzige Ausnahme: Die Fahrt geht direkt zu einer Kfz-Prüfstelle im jeweiligen Zulassungsbezirk. Werden dort erhebliche Mängel festgestellt, ist außerdem der Weg zu einer Werkstatt im selben oder in einem angrenzenden Bezirk plus Rückfahrt erlaubt. Weitere Voraussetzung für das Sonderkennzeichen ist ein Kfz-Haftpflichtschutz. Das Kurzzeitkennzeichen ist für maximal fünf Tage gültig. Es hat eine Fahrzeugbindung und besteht aus einem Unterscheidungszeichen, einer Erkennungsnummer und dem gelb hinterlegten Ablaufdatum. Bisher gab es das Überführungskennzeichen auch für Fahrzeuge ohne gültige HU.

Mehr Video-Fragen bei der Führerscheinprüfung

 Die Theorie-Prüfung für den Führerschein ermittelt die theoretische Fahrtauglichkeit. Diese muss vor der praktischen Prüfung unter Beweis gestellt werden. Foto: Bernd Wüstneck
Die Theorie-Prüfung für den Führerschein ermittelt die theoretische Fahrtauglichkeit. Diese muss vor der praktischen Prüfung unter Beweis gestellt werden. Foto: Bernd Wüstneck
 

Videos in der theoretischen Führerscheinprüfung sollen angehende Fahrer künftig besser auf Gefahrensituationen in der Praxis vorbereiten. Bundesweit gehören ab dem 1. April Filmsequenzen mit kniffligen oder gefährlichen Verkehrssituationen zum Prüfungsinhalt, die sich die Teilnehmer bis zu fünfmal ansehen dürfen. Danach müssen sie wie gewohnt am Computer Fragen dazu beantworten. Der Vorteil: „Die bewegten Bilder vermitteln viel einprägsamer, was zu tun ist, wenn beispielsweise plötzlich Kinder auf die Straße laufen“, erklärt der TÜV-Führerscheinexperte Marcellus Kaup. Durch der Einführung der Videos rücke die Theorieprüfung näher an den praktischen Teil der Fahrausbildung heran.

Erste-Hilfe-Kurse im Schnelldurchlauf

 

Weil immer weniger wissen, was im Notfall zu tun ist, werden Erste-Hilfe-Kurse vom 1. April an kürzer und praxisnäher. Künftig werden die Lehrgänge nur noch neun statt bislang 16 Unterrichtseinheiten zu je 45 Minuten haben, wie Thomas Powasserat vom DRK Mecklenburg-Vorpommern sagte. Gestrichen wird bei der Theorie. Dazu gehören die wichtigsten Angaben beim Melden eines Notfalls. „Die berühmten ,fünf W' muss man nicht zwingend beherrschen“, sagte Powasserat. Der Disponent in der Rettungsleitstelle leite den Anrufer durch das Gespräch und frage, was er wissen muss. Dafür gibt es mehr Praxisunterricht: In kleinen Gruppen sollen Notfallsituationen geprobt werden. Nach einer Umfrage wissen zwei Drittel der Deutschen nicht, was sie notfalls tun müssen, bis professionelle Retter kommen.

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