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Kampf gegen Cyberattacken und Terrorismus : Dänischer Geheimdienst will Hacker in Akademie ausbilden

vom
Aus der Onlineredaktion

„Hast du das Zeug dazu, Teil einer geheimen Eliteeinheit zu werden?“ heißt es auf großen Plakaten: Dänemark stellt Hacker ein.

Kopenhagen | Dänemark musste sich in der Vergangenheit bereits mehrfach professionellen Hackerattacken stellen. Das dänische Außenministerium zum Beispiel war einer sieben Monate andauernden Phishing-Attacke ausgesetzt. Die Webseite des Parlaments wurde im Dezember von sogenannten DDoS-Attacken (massenhafte Anfragen an eine Webseite) in die Knie gezwungen. Gründe genug für den dänischen Geheimdienst DDIS (Danish Defense Intelligence Service), eine Akademie für Hacker ins Leben zu rufen. Wie das Nachrichtenportal „qz.com“ berichtet, ist der Bedarf an Experten für Cybersicherheit im Königreich nebenan groß.

Dänemark hat in der Vergangenheit immer wieder mit Zeitungsanzeigen nach Hackern gesucht. Die Hacker-Akademie ist jedoch ein Ausdruck einer weiter fokussierten und aggressiveren Strategie der dänischen Regierung im Kampf gegen Cyberkriminalität. Hacker sind zudem Teil einer neuen Art der Kriegsführung.

Im März hatte die Regierung schließlich ganzseitige Anzeigen in Zeitungen und Online platziert, um Talente zu werben. „Hast du das Zeug dazu, Teil einer geheimen Eliteeinheit zu werden?“ heißt es auf den großen Plakaten. Darunter folgen Anforderungen an den Job, wie mathematische und logische Fähigkeiten sowie außergewöhnliche Programmierkenntnisse. Wichtig für eine Chance: ein polizeiliches Führungszeugnis ohne Makel.

Dänemark erhofft sich durch eine neue und loyale Hackerelite einen Schub in Sachen Cybersicherheit. Durch die Ausbildung in der Akademie soll es dem Königreich gelingen, Attacken abzuwehren und eventuell auch die Systeme der Angreifer lahmzulegen. Mit Beginn im August sollen die Kandidaten für die Cyberelite innerhalb von viereinhalb Monaten defensive und offensive Hackertechniken kennenlernen. Am Ende wird es für einige herausragende Schüler dann einen Vollzeitjob im Auftrag der Regierung geben. 

„Wir suchen nach Leuten, deren Kernkompetenzen wir weiterentwickeln können“, sagt Lars Findsen, Chef des Geheimdienstes. Die Kandidaten bräuchten keine Ausbildung oder Qualifikationen, es reiche, wenn sie Naturtalente im Hacken seien. Das einzige was sie benötigen sei das Durchhaltevermögen um einen Code zu knacken. „Da gibt es keine Einschränkungen“, sagt Findsen. Allerdings: „Wir suchen Menschen mit einem hohen Maß an persönlicher Integrität, da sie mit sensiblen und sicherheitsrelevanten Informationen zu tun haben werden.“

Im Hinblick auf die Attentate in Brüssel werden die Hacker auch darin trainiert, verschlüsselte Kommunikationsflüsse zu hacken. So soll es möglich sein, die Netzwerke von Terroristen aufzudecken, die versuchen nach Dänemark einzudringen. Findsen glaubt, dass Hacker sich von der Stellenausschreibung angezogen fühlen. „Sie können Methoden, die außerhalb eines Regierungsprogramms illegal wären, in unserem sehr speziellen Umfeld anwenden und ihr Talent zeigen.“ Bewerben können sich Interessierte noch bis zum 18. April.

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erstellt am 11.Apr.2016 | 11:51 Uhr

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