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Comeback von Peter Christensen : Dänemarks neuer Verteidigungsminister: Ein Mann aus Sonderborg

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Nordschleswig hat einen Minister verloren und einen anderen gewonnen. Mit Peter Christensen kehrt ein junger Mann mit viel Erfahrung nach Kopenhagen zurück. Viele hatten ihn bereits abgeschrieben.

shz.de von
erstellt am 01.Okt.2015 | 14:55 Uhr

Staatsminister Lars Løkke Rasmussen hat am Mittwoche den 40-jährigen Peter Christensen (Venstre) zum Nachfolger von Verteidigungsminister Carl Holst ernannt, der wegen seiner Berater-Affäre am Mittwoch sein Rücktrittsgesuch eingereicht hatte. Løkke begründet seine Entscheidung für den einstigen Steuerministers unter anderem mit der Erfahrung Christensens. Außerdem genieße dieser eine breite Anerkennung im dänischen Parlament, dem Folketing.

Christensen wurde bei der Folketingswahl abgewählt und hatte sich nach 14 Jahren im Folketing eigentlich von der Politik verabschiedet, nachdem viele bei der Regierungsbildung im Juni schon mit einem Ministeramt für den treuen Gefährten von Løkke gerechnet hatten. Daraus wurde erstmal nichts.

Doch am Mittwoch um 13.30 Uhr übertrug der Lehrer Holst das Verteidigungsministerium an den Elektriker Christensen.

Für Christensen war besonders enttäuschend, dass sein persönliches Ergebnis bei der Wahl am 18. Juni unter den Venstre-Kandidaten im Großwahlkreis Jütland nur zu einem Platz als 3. Suppleant gereicht hatte. Daher bezeichnen Experten die Wahl Løkkes auch als mutig.

Peter Christensen hatte die Wahlniederlage nicht kommen sehen: „Ich war die große Überraschung 2001, als ich im kleinen Tonderaner Wahlkreis ins Folketing gewählt wurde und es war eine genau so große Überraschung, dass ich 2015 nicht wiedergewählt wurde.“

Nach der Wahl war Christensen abgetaucht. Er sei aber nicht in ein tiefes schwarzes Loch gefallen, beteuerte er in einem der seltenen Interviews. Obwohl die Wahlniederlage schmerzte, habe er sich seinen Humor bewahrt.

Peter Christensen war bisher auf Jobsuche in der privaten Wirtschaft – „etwas mit Finanzen“, sagte er. Wobei er durchsickern ließ, dass die Jobchancen für ihn in Kopenhagen am größten seien. „Aber ich werde immer Nordschleswiger sein“, sagt er damals. Nun hat der Träger des Dannebrogordens einen neuen Job in Kopenhagen – auf Schloss Christiansborg.

Bei der neuen Aufgabe – die demnächst den Milliardeneinkauf neuer Kampfjets beinhaltet – wird dem Finanzexperten Christensen seine Erfahrung zugute kommen. Angesichts schwieriger Mehrheitsverhältnisse im Parlament und zuweilen überforderten Streitkräften wartet auf den neuen Mann im Verteidigungsministerium eine schwierige Aufgabe, die harte Entscheidungen, aber gleichenteils auch viel Überzeugungskräfte und Umsichtigkeit erfordert.

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