Wird der Urlaub teurer? : Dänemark prüft Maut für ausländische Autofahrer

Die Regelung könnte ab 2020 gelten. Berichten zufolge sollen ausländische Autofahrer bis zu 130 Euro im Jahr zahlen.

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22. September 2017, 13:49 Uhr

Kopenhagen | Urlaub in Dänemark könnte für viele Autofahrer bald teurer werden. Die dänische Regierung prüft die Einführung einer Pkw-Maut. Die Regelung könnte ab 2020 gelten und jährlich 300 Millionen Kronen (rund 40 Mio Euro) in die Staatskasse spülen, wie die Nachrichtenagentur Ritzau am Freitag berichtete.

Demnach sollen ausländische Autofahrer bis zu 130 Euro im Jahr zahlen, um auf dänischen Straßen fahren zu dürfen. Die dänische Regierung will sich dabei das in Deutschland geplante Modell zum Vorbild nehmen. Dänische Autofahrer sollen ebenfalls Maut zahlen, das soll aber durch geringere Abgaben ausgeglichen werden.

„Dänen, die in Deutschland fahren, bezahlen abhängig davon, wie lange sie da sein werden. Und so wird es auch hier. In Österreich kann man eine Vignette kaufen, die 14 Tage gilt. Aber man kann für einen höheren Preis auch für einen längeren Zeitraum kaufen“, sagte Finanzminister Kristian Jensen (Venstre) dazu.

Der dänische Automobilklub FDM begrüßt das Vorhaben, weil es so für Dänen billiger werde, ein Auto zu halten. Jedoch sieht Abteilungsleiter Torben Kudsk Lund auch Probleme: „Die neuen Autos, die sich ab dem 3. Oktober über eine niedrigere Zulassungssteuer freuen können, müssen höhere Kfz-Steuern zahlen“, sagt er. Besonders bei Autos mit niedrigem Verbrauch würden die Einsparungen Jahr für Jahr aufgefressen werden.

Gemischte Gefühle bei der Touristikbranche

Der landesweite dänische Tourismusverband „VisistDenmark“ zeigte sich entspannt über die Maut-Pläne. Schließlich gebe es in vielen Ländern Mautsysteme, sagt Pressesprecher Anders Rosbo: „Wir machen uns über die neue Maut keine großen Sorgen. Das kommt daher, dass das ja irgendwie der neue Standard ist. Fast egal, in welches Land man fährt, gibt es irgendeine Form von Autobahnabgaben“, sagt Rosbo. „Wir meinen nicht, dass es Touristen davon abhalten wird, nach Dänemark zu kommen“, so Rosbo weiter. Der Pressesprecher ist der Meinung, dass es „schlimmer wäre, wenn der Benzinpreis 13 Kronen (1,75 Euro, Red.) pro Liter wäre“.

Laut Rosbo kommen die meisten Urlauber, die in Dänemark Auto fahren, aus Deutschland. Sie würden sich über die unverbauten Küstengebiete ohne Kurtaxe freuen. „Es kostet zum Beispiel nichts, an den dänischen Stränden zu liegen. Das tut es aber in anderen Ländern, zum Beispiel in Deutschland“, sagt er.

Ferienhausvermieter machen sich Sorgen

Carlos Villaro Lassen, Direktor des Ferienhausvermieter-Verbandes befürchtet, dass die Maut sich auf die Zahl der Urlauber auswirken wird, die nach Dänemark kommen. „Das kann letzten Endes ein ganz schlechtes Geschäft werden“, schreibt er in einer Pressemitteilung. Jedes Jahr fahren ihm zufolge 350.000 Autos mit deutschen Urlaubern zu dänische Ferienhäusern.

Dänemark sei jetzt schon teuer für Touristen, sagte Kirsten Munch Andersen vom Hotel- und Gaststättenverband Horesta zum Onlineportal altinget.dk, „das besorgt uns also selbstverständlich“.

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