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Cyber-Crime zentral bekämpfen

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Kriminalität im Internet nimmt zu – Täter arbeiten immer professioneller

shz.de von
erstellt am 11.Feb.2014 | 17:36 Uhr

Ohne Banken gäbe es keine Banküberfälle. Ohne das Auto wäre die Zahl der Verkehrsdelikte deutlich geringer. Und es gibt das Internet. Da möchte man fast sagen: Selbstverständlich gibt es auch Internetkriminalität. Und die nimmt zu. Wie die Verbreitung des Internets zunimmt. Jetzt könnte man einen Punkt machen und schreiben: So ist es halt. Ende der Diskussion.

Doch so einfach ist es nicht. Das Internet hat, im Gegensatz zu Banküberfällen, Fahrerflucht und auch Steuerhinterziehung immer noch den Geruch des Besonderen, des Fremden. Viele Menschen blicken hier auf eine Welt, die ihnen fremd ist. Und das macht Prävention und Strafverfolgung schwierig.

Fahnder berichten, dass viele Delikte im Netz gar nicht angezeigt werden. Wem die Handtasche geklaut wird, der geht zur Polizei. Wer im Internet betrogen wird, Privatmenschen wie Firmen, hält schamhaft den Mund. Aus Angst, das Verbrechen wegen eigenen Unwissens befördert zu haben. Was ja oft auch stimmt, aber kein Grund ist, das Verbrechen nicht zur Anzeige zu bringen.

Auch die Polizei tut sich schwer mit Cyber-Kriminalität. Das hat nachvollziehbare Gründe. Die Täter sind international vernetzt. Die technische Entwicklung führt zu einem hohen Weiterbildungsbedarf in kurzen Zeiträumen. Aber es gibt noch einen weiteren Faktor, der die Verfolgung von Internetkriminalität erschwert: Sie ist meist auch Wirtschaftskriminalität, oft organisiert von Banden. Und damit tun sich Polizei und besonders Staatsanwaltschaften traditionell schwer. Zu kompliziertes Terrain, zu gewiefte Täter, zu teure Anwälte, zu große Aktenberge, zu lange Gerichtsverfahren. Schnelle Karriere macht man hier als Ermittler nicht.

Seit vergangenem Jahr gibt es beim Landeskriminalamt eine zentrale Ansprechstelle Cyber-Crime. Das ist ein erster Schritt. Wenn das Problem so groß ist wie geschildert, wäre eine Schwerpunktstaatsanwaltschaft ein konsequenter zweiter.

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