Comeback als Kuckuck?

Avatar_shz von
01. Juli 2014, 12:23 Uhr

Auch die, die mit schöner Regelmäßigkeit über Günter Grass herfallen, wünschen ihm ein langes Leben, denn ohne den 86-Jährigen würde in ihrem Leben ein großes schwarzes Loch entstehen. Zum Trost seiner Kritiker hat Grass nun verkündet, dass er auf jeden Fall nicht für die Ewigkeit von der Bildfläche verschwinden, sondern wiederkehren werde. Und als was? Seine Kritiker haben schon Vorschläge. Ein besonders lustiger lautet: Marcel Reich-Ranicki. Ob Grass darüber lachen kann? Wahrscheinlich nicht. Doch statt zu versprechen, „die da“ können noch lange warten, hat er die Katze aus dem Sack bzw. die Rättin aus der Falle gelassen: Ja, er glaube an die Wiedergeburt, und er werde als Kuckuck zurückkehren. Diese Ankündigung überrascht, denn man kann Grass ja allerhand vorwerfen, aber nicht, dass er seine Gedanken in fremde Nester legt und sie dort ausbrüten lässt. Das besorgt er schon selbst. Weil er den Frühling ankündigt und den Menschen etwas verspricht, deshalb mag Grass den Kuckuck. Die Begründung ist zwar etwas dünn, als anonymes Mitglied in einem Starenschwarm kann man sich den Dichter wirklich nicht vorstellen.

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Die Kommentare wurden für diesen Artikel deaktiviert