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ÖBB-Chef : Christian Kern soll neuer Bundeskanzler in Österreich werden

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Nach dem Rücktritt von Werner Faymann scheint Österreich einen neuen Regierungschef gefunden zu haben. Er hat schon Erfahrungen in der Flüchtlingskrise gesammelt.

shz.de von
erstellt am 12.Mai.2016 | 14:00 Uhr

Wien | Laut österreichischen Medienberichten wird Christian Kern neuer Bundeskanzler von Österreich. Er folgt auf Werner Faymann, der am Montag nach heftigem innerparteilichen Gegenwind zurückgetreten war.

Österreich war zuletzt vor allem wegen seiner restriktiven Flüchtlingspolitik europaweit beachtet worden. Nun steht die Alpenrepublik vor einem Umbruch.

Christian Kern galt schon länger als möglicher Kandidat für einen Neuanfang an der Spitze der SPÖ. Der 50-jährige Chef der Österreichischen Bundesbahnen ÖBB, sei pragmatisch und sehr modern, heißt es. Der gebürtige Wiener wurde in der SPÖ groß, hat aber auch Erfahrung in der Wirtschaft nachzuweisen. Manche Beobachter fragen jedoch, ob der smarte Manager, dessen Anzug immer perfekt sitzt, nicht etwas zu abgehoben für eine Arbeiterpartei sein könnte.

In der Flüchtlingskrise konnte Kern jedenfalls viele Sympathiepunkte sammeln: Bei der Versorgung und dem Transport Tausender Flüchtlinge übernahm die ÖBB eine führende Rolle. Kern machte sich selbst am stark betroffenen Wiener Hauptbahnhof nahezu täglich ein Bild davon. Er gab vielen Österreichern Hoffnung, dass eine staatliche Institution geordnet mit der sonst oft chaotischen Situation der vielen Ankommenden umgehen kann. Er positionierte sich als „Macher“.

Nach einem Kommunikationswissenschaften- und Managementstudium startete Kern seine Karriere als Wirtschaftsjournalist. Rasch wechselte er zunächst als Assistent und später als Büroleiter und Pressesprecher in die SPÖ. 1997 ging es für Kern zu einem mehrheitlich staatlichen Stromkonzern, bevor der vierfache Vater seinen Posten bei der ÖBB antrat.

 

Faymann war nach heftigem innerparteilichen Gegenwind am Montag von allen Ämtern zurückgetreten. Der Schwenk der SPÖ hin zu einer restriktiveren Flüchtlings- und Asylpolitik war in der Partei höchst umstritten. Faymann verteidigte erneut das Ende der „Willkommens-Kultur“ und den Kurswechsel des Landes. „Es wäre verantwortungslos gewesen, nicht auch eigene Maßnahmen zu setzen.“ Der 56-Jährige zog eine positive Bilanz seiner fast achtjährigen Kanzlerschaft. Österreich habe nach der schwierigen Phase der Finanzkrise im vergangenen Jahr den massiven Flüchtlingsandrang zu bewältigen gehabt und diesen gut gemeistert.

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