US-Whistleblowerin : Chelsea Manning nach fast sieben Jahren Militärhaft frei

Die ehemalige Wikileaks-Informantin Chelsea Manning (undatierte Aufnahme) mit Perücke.

Die ehemalige Wikileaks-Informantin Chelsea Manning (undatierte Aufnahme) mit Perücke.

Chelsea Manning war wegen Spionage verurteilt worden - eigentlich zu 35 Jahren.

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17. Mai 2017, 15:06 Uhr

Washington | Die US-Whistleblowerin Chelsea Manning ist aus der Haft entlassen worden. Das bestätigte eine Sprecherin der US-Army am Mittwoch der Deutschen Presse-Agentur in Washington.

Früher als IT-Spezialistin der US-Armee im Irak eingesetzt, war Manning 2013 wegen Spionage und Kollaboration mit dem Feind zu 35 Jahren Militärhaft verurteilt worden und hat davon knapp sieben Jahre abgesessen. Die Untersuchungshaft seit der Festnahme 2010 war ihr angerechnet worden. Präsident Barack Obama hatte die Strafe kurz vor dem Ende seiner Amtszeit verkürzt. (Eine Chronik ihrer Geschichte lesen Sie hier.)

Chelsea Manning hatte noch unter ihrem früheren Namen Bradley Manning Hunderttausende Dokumente aus Armeebeständen über Vorkommnisse bei den Kriegen im Irak und in Afghanistan an die Enthüllungsplattform Wikileaks weitergeleitet. Die Enthüllungen enthielten zum Teil höchst peinliche Details für die Vereinigten Staaten. In der Haftzeit unterzog sich Manning einer Geschlechtsumwandlung. Sie unternahm zudem Berichten zufolge zwei Selbsttötungsversuche.

Der Wikileaks-Gründer Julian Assange bezeichnete die Freilassung der Whistleblowerin als „epischen Sieg“. „Ich kann nicht abwarten, sie zu treffen“, twitterte Assange bereits am Dienstag, einen Tag bevor Manning das Militärgefängnis verließ.

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2010 hatte die Enthüllungsplattform Wikileaks Tausende Seiten geheimen Materials veröffentlicht, das von der IT-Heeresspezialistin Chelsea Manning - damals noch Bradley Manning - im Irak gestohlen worden war. Darunter war auch ein Video, auf dem zu sehen ist, wie die Besatzung eines US-Hubschraubers auf wehrlose Zivilisten feuert und dabei auch zwei Mitarbeiter der Nachrichtenagentur Reuters tötet.

Das Video war der erste große Enthüllungserfolg der Plattform Wikileaks. Deren Gründer Assange hält sich seit Juni 2012 in der Botschaft Ecuadors in London auf, um einer Auslieferung an Schweden im Zusammenhang mit Vorwürfen wegen sexuellen Missbrauchs zu entgehen.

Schon in den vergangenen Tagen fieberte sie ihrer Freiheit entgegen - nachzulesen ist das in mehreren Tweets. So schrieb sie noch am 9. Mai, dass die Freiheit nur schwer vorstellbar sei. Nun sei sie aber bald da:

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