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Terror in Paris : „Charlie Hebdo“: Zeichnungen erinnern ein Jahr danach an den Anschlag

vom
Aus der Onlineredaktion

Vor einem Jahr töteten Islamisten Redakteure des Magazins „Charlie Hebdo“. Auch viele Kinder haben gezeichnet.

shz.de von
erstellt am 07.Jan.2016 | 12:06 Uhr

Paris | Genau ein Jahr ist es her, dass ein islamistisch motivierter Anschlag auf das Satiremagazin „Charlie Hebdo“ in Paris verübt wurde. Am 7. Januar 2015 wurden in der Redaktion elf Menschen getötet, auf ihrer Flucht ermordeten die Täter noch einen Polizisten. Die Opfer gehörten zu den berühmtesten Karikaturisten Frankreichs.

Die Anteilnahme vor einem Jahr war riesig - viele Künstler gedachten der verstorbenen Karikaturisten mit Zeichnungen. Unter dem Hashtag #jesuischarlie äußerten sich Menschen weltweit bei Twitter und in anderen sozialen Netzwerken. Und auch jetzt, zum Jahrestag des Anschlags, sind zahlreiche Zeichnungen erschienen.

Das französische Ministerium für Kultur und Kommunikation hat einen Clip veröffentlicht. Unter dem Titel „Dessinez, Créez, Liberté: un clip pour la liberté d'expression“ (ein Clip für die „Ausdrucksfreiheit“) hat es Zeichnungen von Kindern und Erwachsenen in einem Video zusammengefasst, die an die Werte Frankreichs erinnern sollen.


Dessinez, Créez, Liberté : un clip pour la... von culture-gouv

Die furchtbare Tat hat Kinder und Jugendliche in Frankreich sehr beschäftigt. Viele haben ihrer Trauer in Zeichnungen Raum gegeben - und sie an die Pariser Redaktion geschickt. 10.000 sind dort eingegangen, schreibt franceinter.fr, 150 sollen am Donnerstag als Buch mit dem Titel „Je dessine“ („Ich zeichne“) erscheinen.

Viele der Bilder sind unter dem Hashtag #jedessine bei Twitter zu sehen:

Die deutsche Zeitung „taz“ zeigt in einer Sonderausgabe zum Jahrestag des Anschlags unter anderem Selbstporträts verschiedener bekannter deutscher Karikaturisten wie Rattelschneck und Kittihawk. Sie sollten zeichnerisch die Frage beantworten: „Hat sich für dich und deine Arbeit nach den Charlie-Hebdo-Anschlägen etwas verändert? Hier hat die „taz“ die Zeichnungen gesammelt.

Und es finden sich noch weitere Zeichnungen, in denen Künstler ihre Anteilnahme ausdrücken.

Doch wie geht es den Redakteuren des Satiremagazins? Eines steht fest: Auch ein Jahr nach dem Anschlag wollen die sie nicht klein beigeben und die Pressefreiheit verteidigen. Mit Religionskritik ist die Sonderausgabe zum Jahrestag des Mordanschlags auf seine Redaktion an die Kioske gegangen. Die Ausgabe, die 32 statt sonst 16 Seiten umfasst, mit einem Gott als bewaffneter Täter auf dem Titel ist in einer Auflage von einer Million Exemplaren erschienen. Das Magazin wird auch international vertrieben. So werden in Deutschland 50.000 Exemplare angeboten, für Belgien sind 40.000 Hefte vorgesehen.

Zur Pressefreiheit

Zum Jahrestag des Anschlags rief der Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger (BDZV) zur Verteidigung der Pressefreiheit auf. „Die freie Presse muss sich weiterhin mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln gegen Angriffe wehren“, sagte Hauptgeschäftsführer Dietmar Wolff nach BDZV-Angaben. In vielen Ländern würden Journalisten und Verleger von diktatorischen Regimen drangsaliert, inhaftiert und getötet. Besorgniserregend seien auch zunehmend gewalttätige Angriffe aus dem rechtsradikalen Milieu auf Journalisten und Redaktionen. „Diese Entwicklungen fordern eine klare Haltung“, so Wolff.

Für den Deutschen Journalisten-Verband sagte der Vorsitzender Frank Überall: „Frankreich braucht ,Charlie Hebdo', wir alle brauchen kritische Medien, die sich nicht von der allgegenwärtigen Angst vor neuen Terroranschlägen einschüchtern lassen.“

 

Jetzt, ein Jahr nach dem Anschlagen, haben außerdem der französische Präsident François Hollande und die Pariser Bürgermeisterin Anne Hidalgo eine Gedenktafel am früheren Sitz der Redaktion enthüllt:

 

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