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Starke Konkurrenz für Robert Habeck : Cem Özdemir will Grünen-Spitzenkandidat 2017 werden

vom

Nach Robert Habeck, Anton Hofreiter und Katrin Göring-Eckardt stellt sich jetzt auch der Grünen-Vorsitzende zur Wahl.

shz.de von
erstellt am 16.Apr.2016 | 10:55 Uhr

Berlin | Der Grünen-Vorsitzende Cem Özdemir will seine Partei in die Bundestagswahl 2017 führen. „Ich will Spitzenkandidat meiner Partei Bündnis 90/Die Grünen werden“, sagte er in einem Interview des ARD-Hauptstadtstudios. „Die Umstände müssen passen. Die Themen müssen passen. In der Familie muss es passen. Das tut es jetzt.“ Bei der Bundestagswahl werde es um die Themen Umwelt, Gerechtigkeit und Integration/Weltoffenheit gehen. „Von allen drei Themen verstehe ich was“, sagte Özdemir. Im Kurznachrichtendienst Twitter schrieb er am Samstag: „Bin am Start! - Urwahl“.

Damit gibt es jetzt drei Bewerber für den Posten des männlichen Spitzenkandidaten. Zuvor hatten bereits der schleswig-holsteinische Vize-Ministerpräsident Robert Habeck und der Fraktionsvorsitzende im Bundestag, Anton Hofreiter, ihre Kandidatur angekündigt. Für den Posten der weiblichen Spitzenkandidatin bewirbt sich Fraktionschefin Katrin Göring-Eckardt. Habeck meldete sich via Twitter zu Wort: „Willkommen. Freue mich auf die Auseinandersetzung über den richtigen Weg“, schrieb er.

Spitzenpolitiker aus Schleswig-Holstein auf Bundesebene sind derzeit sehr rar. Es gibt keinen Bundesminister aus SH, ranghöchster Amtsträger in Berlin ist der CDU-Politiker Ole Schröder als Staatssekretär im Innenministerium. Konstantin von Notz ist Grünen-Fraktionsvize im Bundestag.

Die Grünen wollen ihre Top-Kandidaten für 2017 per Urwahl bestimmen. Im Falle von Habeck hieß es: Falls die grüne Basis ihn nicht als Spitzenkandidaten für die kommende Bundestagswahl wolle, trete er auch nicht mehr für den SH-Landtag an. Das schrieb er in einem Brief Anfang April an die Basis seiner Partei.

„Das schließt ausdrücklich das Risiko mit ein, zu verlieren. Ich bin der Herausforderer. Ich habe nur eine Chance erfolgreich sein, wenn ich es mit ganzer Kraft will und meine gesamte Leidenschaft darauf setze. Und deshalb werde ich mir auch keine Hintertür offen lassen und bei einer fehlenden Unterstützung keine ,Rückfalloption' in Anspruch nehmen", lautet der Kernsatz des Briefs, der überschrieben ist mit „Bewerbung um ein Votum zur Urwahl“.

Nur der Bundes-Listenplatz zwei würde einen Einzug in den Bundestag einigermaßen sicher möglich machen. Die Plätze eins und drei sind für Frauen reserviert. Der Listenplatz vier würde voraussichtlich erst ab einem unwahrscheinlichen Wahlergebnis jenseits von 15 Prozent zum Zuge kommen.

In der Konsequenz würde das bedeuten: Fällt Habeck bei der Grünen-Basis durch, wäre seine politische Karriere in einem Amt oder Mandat auf Landes- und Bundesebene zumindest für vier Jahre unterbrochen.

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