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Landtagswahl in Rheinland-Pfalz : CDU-Hoffnungsträgerin: Das sind Julia Klöckners Machtoptionen

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Sie wollte neue Ministerpräsidentin werden – und scheiterte. Wie geht die politische Karriere von Julia Klöckner nun weiter?

shz.de von
erstellt am 15.Mär.2016 | 06:43 Uhr

Mainz | Es war kein schöner Wahlabend für die CDU-Hoffnungsträgerin Julia Klöckner: Mit ihrem Abrücken von Bundeskanzlerin Angela Merkel in der Asylpolitik hatte die Spitzenkandidatin in Rheinland-Pfalz im Wahlkampf hoch gepokert – und am Ende verloren.

Tatsächlich hatten sich alle drei CDU-Spitzenkandidaten von Merkels Politik in Sachen Flüchtlinge abgesetzt – alle drei haben Stimmen verloren. Julia Klöckner, noch im Herbst in den Umfragen vorn, erreichte sogar weniger Stimmen als bei der Wahl 2011, als sie schon einmal als Spitzenkandidatin gescheitert war.

Klöckner hatte einen eigenen „Plan A2“ vorgelegt, der etwa mit tagesaktuellen Flüchtlingskontingenten über die Linie der Kanzlerin hinausgeht. „Wir hätten noch mehr verloren an die AfD, wenn wir uns nicht klar positioniert hätten in dieser Frage“, sagte sie am Montag in Berlin – wo es immerhin einen Blumenstrauß von der Bundeskanzlerin gab.

Wie geht es jetzt weiter mit Klöckner?

Geht es in die Opposition oder nach Berlin? Die 43-Jährige war ja bereits als mögliche Merkel-Nachfolgerin gehandelt worden. „Ich glaube, auch in der CDU gibt es große Erleichterung, dass das nicht der Fall ist“, kommentierte süffisant der SPD-Chef Sigmar Gabriel. Der Posten als Ministerpräsidentin ist jedenfalls erst einmal passé. Tritt Klöckner jetzt ins zweite Glied in einer Großen Koalition, hinter eine Landeschefin Malu Dreyer (SPD)? Das wäre schon eine dramatische Kehrtwende, hieß es doch auf den Wahlplakaten mit ihrem Foto: „Unsere neue Ministerpräsidentin.“

Immerhin: Als CDU-Chefin in Rheinland-Pfalz führt wohl weiter kein Weg an Julia Klöckner vorbei – zumal in Mainz auch keine wirkliche Alternative erkennbar ist. „Es gibt im Moment keine Diskussion“, sagte Generalsekretär Patrick Schnieder am Montag. Es sei deutlich, dass „die Partei Julia Klöckner trägt und dass da keiner ihr Schuld zumisst an diesem Wahlergebnis, ganz im Gegenteil“. Und auch Klöckner machte klar, dass sie an der Spitze der CDU Rheinland-Pfalz bleiben will. Die Mitglieder des Landesvorstands hätten sie gebeten, „an Bord zu bleiben – und zwar als Kapitän“, sagte Klöckner nach einer Sitzung des Landesvorstands gestern Abendin Mainz. „Ich stehe zur Verfügung.“

Sollte es jetzt zu einer Ampel-Koalition kommen, wäre also auch die erneute Rolle als Oppositionsführerin denkbar – zuletzt machte Klöckner dabei gegen Landesmutter Malu Dreyer keine ganz glückliche Figur.

Geht die Reise für die ehemalige Bundestags-Abgeordnete also zurück nach Berlin? Auch das würde wohl kein Spaß, haftet Klöckner doch jetzt der Ruf der zweifachen Wahlverliererin an.

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