Nach Vorfall in Munster : Bundeswehr stellt nach tödlichem Marsch Ausbildung auf Prüfstand

Soldaten beim Fußmarsch: Am 19. Juli ist ein Soldat in Niedersachsen nach einem Marsch unvermutet zusammengebrochen und später gestorben. /Archiv
Soldaten beim Fußmarsch: Am 19. Juli ist ein Soldat in Niedersachsen nach einem Marsch unvermutet zusammengebrochen und später gestorben. /Archiv

Bei einer Übung waren mehrere Offiziersanwärter kollabiert, einer starb später an den Folgen.

shz.de von
03. März 2018, 18:18 Uhr

Munster | Nach dem tödlichen Soldatenmarsch in Munster will die Bundeswehr ihre Ausbildungsstrukturen in ganz Deutschland untersuchen. „Die Ausbildung wird insgesamt überprüft in allen Teilstreitkräften“, sagte eine Sprecherin des Verteidigungsministeriums am Samstag. „Spiegel Online“ berichtete von einer Weisung des Generalinspekteurs Volker Wieker an die Inspekteure aller Teilstreitkräfte. Nach dpa-Informationen sollen die Inspekteure melden, wie die Planung und Durchführung der Ausbildung läuft. Das Ergebnis soll demnach Mitte März vorliegen. Dann soll sich der Verteidigungsausschuss des Bundestages mit dem Thema befassen. Bereits im Koalitionsvertrag hatten sich Union und SPD darauf geeinigt, die Ausbildungsstrukturen der Bundeswehr zu überprüfen und zu entwickeln.

Bei einer Übung waren am 19. Juli 2017 mehrere Offiziersanwärter kollabiert, einer starb später an den Folgen. Sie hatten zuvor bei Temperaturen von knapp 28 Grad noch eine Extra-Strecke laufen müssen. Untersuchungen ergaben, dass sie einen Hitzschlag erlitten.

Nach „Spiegel“-Informationen vom Samstag belastet ein Gutachten von Hamburger Rechtsmedizinern die verantwortlichen Ausbilder in Munster. Der Tod des Offiziersanwärters und die Hitzschläge bei seinen Kameraden seien demzufolge vermeidbar gewesen, wenn die Ausbilder ihre Fürsorgepflicht ernst genommen hätten.

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