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Steigende Verteidigungsausgaben : Bundeswehr soll auf rund 200.000 Soldaten aufgestockt werden

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Seit Ende des Kalten Krieges wurde die Truppe stets verkleinert. Wegen wachsender Aufgaben soll sie nun wieder wachsen.

shz.de von
erstellt am 21.Feb.2017 | 13:45 Uhr

Berlin | Wegen wachsender Aufgaben für die Truppe will die Bundeswehr ihr Personal kräftig aufstocken. Bis 2024 sollen die Streitkräfte auf 198.000 Soldaten und mehr als 61.000 Zivilisten wachsen, teilte das Verteidigungsministerium am Dienstag mit. Derzeit zählt die Bundeswehr knapp 178.000 aktive Soldaten (Stand: Ende Januar 2017).

Die Pläne bergen politischen Zündstoff. In Deutschland wird derzeit heftig über wachsende Verteidigungsausgaben diskutiert. Die neue US-Regierung unter Präsident Donald Trump fordert von den Nato-Partnern deutlich mehr Ausgaben für die Verteidigung - und droht, die USA könnten andernfalls ihr Engagement innerhalb der Nato zurückschrauben.

„Die Bundeswehr ist gefordert wie selten zuvor“, betonte Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen. Seit Ende des Kalten Krieges wurde die Bundeswehr schrittweise verkleinert. Das Ministerium hatte 2016 das Ende des Schrumpfkurses eingeleitet. Nun soll weiter aufgestockt werden.

Hintergrund ist der Wunsch der USA, dass die europäischen Nato-Bündnispartner ihre Verteidigungsausgaben massiv erhöhen. „Die Zeit ist gekommen, mehr zu tun“, sagte US-Vizepräsident Mike Pence auf der Sicherheitskonferenz in München am Wochenende.

Die Nato-Mitglieder haben sich zum Ziel gesetzt bis 2024 mindestens zwei Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) für Verteidigung auszugeben. Die USA geben 3,6 Prozent aus. Die meisten Europäer liegen dagegen unter 1,5 Prozent. Deutschland gibt 1,2 Prozent für Verteidigung aus.

Bundeskanzlerin Angela Merkel bekannte sich in München zwar zu dem Zwei-Prozent-Ziel. Sie sagte aber auch, dass eine Erhöhung des Verteidigungsetats von mehr als acht Prozent nicht machbar sei. Damit können die zwei Prozent bis 2024 aber nicht annähernd erreicht werden.

Verteidigungsminister James Mattis hatte am vergangenen Mittwoch bei einem Treffen mit Amtskollegen in Brüssel gedroht, die USA könnten ihr Engagement in der Nato zurückfahren, sollten die Verbündeten nicht mehr für ihre Sicherheit ausgeben.

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