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Bundestag gedenkt Holocaust-Opfern

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

shz.de von
erstellt am 27.Jan.2014 | 17:10 Uhr

Mit einer Gedenkstunde ist gestern im Bundestag an die Millionen Opfer des Nationalsozialismus erinnert worden. An der Veranstaltung zum Holocaust-Gedenktag und zum 70. Jahrestag der Befreiung Leningrads von der Einkesselung durch deutsche Truppen nahmen unter anderen Bundespräsident Joachim Gauck, Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und Vertreter weiterer Verfassungsorgane teil. Die Gedenkrede hielt der russische Zeitzeuge Daniil Granin. Der 95-Jährige kämpfte als Freiwilliger im Zweiten Weltkrieg und überlebte die Blockade von Leningrad.

Granin berichtete eindringlich über das Leid der Opfer während der 900-tägigen Belagerung. „Der Tod war jemand, der schweigend seine Arbeit tat in diesem Krieg.“ Wassermangel, Hunger, Kälte, Krankheiten und der Beschuss der deutschen Wehrmacht brachten nach Schätzungen bis zu einer Million Menschen den Tod. „Ich konnte lange den Deutschen nicht verzeihen“, sagte Granin.

Gauck rief mit Blick auf Leningrad dazu auf, die Schrecken von damals nicht zu vergessen. „Der Zweite Weltkrieg hat tiefe Wunden im Verhältnis zwischen unseren Ländern hinterlassen“, schrieb Gauck an den russischen Präsidenten Wladimir Putin. „Es bleibt unsere Aufgabe, die Erinnerung an das Leid, das Deutsche Russen angetan haben, wachzuhalten.“

Bundestagspräsident Norbert Lammert (CDU) gedachte zudem aller weiteren Opfergruppen, die während der NS-Gewaltherrschaft Heimat, Gesundheit und Leben verloren hatten. Dazu zählten Juden, Sinti und Roma, Kranke und Behinderte, Homosexuelle, Zwangsarbeiter, Opfer der Kindertransporte, Kriegsgefangene und die zu „Untermenschen“ degradierten slawischen Völker. „Uns treibt bis heute die Frage um, wie ist eine solche Entmenschlichung möglich geworden“, sagte Lammert.

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