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Reaktionen auf Anschlag in Berlin : Bundeskanzlerin Angela Merkel: „Entsetzt, traurig und tief erschüttert.“

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Joachim Gauck, Angela Merkel und Bundesinnenminister de Maizère sprechen ihre Anteilnahme aus.

shz.de von
erstellt am 20.Dez.2016 | 11:18 Uhr

Berlin | Noch sind die Hintergründe noch unklar, fest steht nur: Ein Lkw ist am Montagabend in einen Weihnachtsmarkt an der Gedächtniskirche in Berlin gerast. Den aktuellen Stand der Ermittlungen lesen Sie in unserem Liveblog. Das sind die ersten Reaktionen:

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat sich erschüttert über den mutmaßlichen Terroranschlag in Berlin geäußert. „Das ist ein sehr schwerer Tag“, sagte sie am Dienstag. „Ich bin wie Millionen Menschen in Deutschland entsetzt, traurig und tief erschüttert.“ Merkel geht davon aus, dass die Todesfahrt eines Lkw auf den Weihnachtmarkt in Berlin ein Terroranschlag war. „Wir müssen nach jetzigem Stand von einem terroristischen Anschlag ausgehen“, sagte sie. Die Kanzlerin sagte: „Auch wenn es in diesen Stunden schwer fällt: Wir werden die Kraft finden für das Leben, wie wir es in Deutschland leben wollen: frei, miteinander und offen.“ Merkel kündigte an, am Nachmittag zum Breitscheidplatz zu fahren, um zusammen mit Berlins Regierendem Bürgermeister Michael Müller (SPD) und Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) ihre Anteilnahme zu bekunden.

 

Bundespräsident Joachim Gauck hat sich tief betroffen über das „schreckliche Geschehen“ auf einem Berliner Weihnachtsmarkt mit mindestens neun Toten geäußert. „Das ist ein schlimmer Abend für Berlin und unser Land, der mich wie zahllose Menschen sehr bestürzt“, teilte Gauck am Montagabend mit. „Auch wenn wir noch nicht viel über die Hintergründe des schrecklichen Geschehens auf dem Berliner Weihnachtsmarkt wissen: Ich bin in Gedanken bei den Opfern, bei ihren Angehörigen, bei allen Menschen, die um Familienangehörige oder Freunde fürchten.“ Er danke den Helfern und Sicherheitskräften für ihren Einsatz, ergänzte das Staatsoberhaupt.

EU-Kommissionschef Jean-Claude Juncker hat sein Mitgefühl ausgedrückt. „Meine Gedanken und die der gesamten Europäischen Kommission sind bei den Familien und Angehörigen all jener, die in Berlin getötet und verletzt wurden“, teilte Juncker am Montagabend in Brüssel mit. „Diese Nachricht erschüttert uns umso mehr, weil sie dort zusammengekommen waren, um die Vorweihnachtszeit zu feiern, die viele mit Besinnlichkeit und Frieden verbinden. Wir sind mit den Opfern in tiefer Trauer verbunden.“

Bundesinnenminister de Maizière (CDU) erklärte: „Meine Gedanken sind jetzt bei den Angehörigen der Opfer und den Verletzen des schrecklichen Vorfalls. Ich stehe in unmittelbarem und durchgehendem Austausch mit den Sicherheitsverantwortlichen im Land Berlin und habe jede Unterstützung durch die Bundespolizei angeboten.“

Robert Habeck (Grüne) äußerte sich auf Twitter.

 

Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) erklärte: „Wir wissen noch nicht mit Gewissheit, was heute Abend wirklich geschehen ist. Die Sicherheitsbehörden arbeiten mit Hochdruck daran, die Unglücksstelle zu sichern und die Täter zu finden.“

Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) hat sich entsetzt über den möglichen Anschlag in Berlin gezeigt. Während ihres Besuchs im westafrikanischen Mali sprach sie am Montagabend von „bestürzenden Nachrichten“ aus Deutschland. „Wir wissen auch nur das, was wir über die frei zugänglichen Medien in der Kürze erfahren konnten“, sagte sie auf einem Empfang in der deutschen Botschaft in Bamako. Die Gäste bat von der Leyen um einen Moment des Gedenkens für die Opfer. Die Ministerin hatte zuvor die deutschen Soldaten im nordmalischen Gao besucht, die dort an einer UN-Friedensmission teilnehmen.

Justizminister Heiko Maas weist darauf hin, dass der Generalbundesanwalt den Fall übernimmt.

Der AfD-Politiker Marcus Pretzell sieht die Schuld für den Anschlag bei Kanzlerin Merkel.

Auch die AfD-Vorsitzende Frauke Petry gibt der Bundesregierung indirekt Mitverantwortung. „Das Milieu, in dem solche Taten gedeihen können, ist in den vergangenen anderthalb Jahren fahrlässig und systematisch importiert worden“, erklärte die Parteichefin am Dienstag. „Deutschland ist nicht mehr sicher.“ Es wäre eigentlich die Pflicht von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU), den Bürgern dies mitzuteilen.

Mit Entsetzen reagierten Österreichs Spitzenpolitiker auf den möglichen Anschlag in Berlin. Bundeskanzler Christian Kern (SPÖ) erklärte via Twitter, seine Gedanken seien bei den Opfern und ihren Angehörigen: „Nach genauer Analyse brauchen wir besonnene, konsequente Antworten.“ Innenminister Wolfgang Sobotka (ÖVP) sagte: „Europa wird mehr denn je zusammenhalten, um Angriffe auf unsere Gesellschaft zu verhindern.“

Frankreichs Präsident François Hollande zeigte sich nach dem Vorfall auf einem Weihnachtsmarkt in Berlin betroffen. „Die Franzosen teilen die Trauer der Deutschen angesichts dieser Tragödie, die ganz Europa trifft“, teilte der Élysée-Palast am Montagabend mit. Premierminister Bernard Cazeneuve erklärte auf seinem Twitteraccount auf Deutsch: „Ganz Frankreich steht an Deutschlands Seite.“

Das griechische Außenministerium hat am Montagabend mit Entsetzen auf den möglichen Anschlag in Berlin reagiert. „Wir verurteilen den verbrecherischen Anschlag in Berlin aufs Schärfste. Unsere Gedanken sind bei den Angehörigen der Opfer“, erklärte das Athener Außenministerium auf dem Kurznachrichtendienst Twitter auf Griechisch und Deutsch.

Die USA haben den tödlichen Zwischenfall scharf verurteilt. Eine Mitteilung des Nationalen Sicherheitsrates sprach am Montag davon, es habe sich vermutlich um einen terroristischen Anschlag gehandelt. Man habe der deutschen Regierung Unterstützung angeboten. Wörtlich erklärte der Sprecher des Nationalen Sicherheitsrates, Ned Price: „Deutschland ist einer unserer engsten Partner und stärksten Verbündeten. Im Kampf gegen all jene, die unsere Art zu leben und unsere Gesellschaften bedrohen, stehen wir an der Seite Berlins.“ Den Opfern und ihren Angehörigen gelte tief empfundenes Mitgefühl. Dieses wolle man auch der Bundesregierung und den Deutschen übermitteln.

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