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Bund verletzt Vertrag mit Dänemark

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Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Deutschland kann die Gleise zum geplanten Fehmarnbelt-Tunnel nach Dänemark nicht, wie im deutsch-dänischen Staatsvertrag zugesagt, bis zur Eröffnung des Tunnels im Jahr 2022 elektrifizieren. Grund ist die Altersschwäche der deutschen Fehmarnsundbrücke und der daher nötige Bau zweier neuer Brücken über den Sund – eine davon für Züge. Zwar erhält die neue Bahnbrücke Oberleitungen. Doch wird sie erst 2025 fertig. Daher fehlt nach Inbetriebnahme des Belttunnels drei Jahre lang ein elektrifizierter Anschluss. „Es gibt eine zeitliche Lücke, für die wir Übergangslösungen brauchen“, räumte eine Sprecherin von Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) gestern ein.

Theoretisch wäre eine Elektrifizierung der jetzigen Sundbrücke denkbar. Das will Dobrindt zwar auch prüfen lassen, doch seine Fachleute hätten schon abgewunken, sagt seine Sprecherin: „Ein nachträglicher Anbau von Oberleitungen ist dort technisch nicht möglich.“ Und bei der Deutschen Bahn hält man es für kaum vorstellbar, dass der Bund für nur drei Jahre extra eine Elektrifizierung bezahlen würde. Daher könnte die Zwischenlösung so aussehen, dass vor die elektrischen Züge aus Dänemark in Deutschland eine Diesellok gespannt wird.

Bei der staatlichen dänischen Tunnelbaugesellschaft Femern AS wollte man die Verzögerung bei der Elektrifizierung gestern nicht kommentieren. „Grundsätzlich freuen wir uns aber darüber, dass mit den beiden neuen Brücken eine leistungsfähige Anbindung über den Fehmarnsund entstehen soll“, sagte ein Firmensprecher.

Auf Fehmarn dagegen haderte gestern Bürgermeister Otto-Uwe Schmiedt mit den geplanten Brücken. Ihm wäre ein Tunnel lieber, da die Brücken bei Sturm und Eis oft gesperrt würden, sagte er. Allerdings hat Dobrindts Staatssekretär Enak Ferlemann (CDU) einen Tunnel schon als „unrealistisch“ abgelehnt, weil dessen Bau zu teuer sei und zu lange dauere.

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erstellt am 05.Sep.2014 | 14:18 Uhr

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