Büßerkappe kippt Kaiserkrone

Avatar_shz von
20. November 2013, 00:37 Uhr

Gewisse Sportarten gelten als extrem gesundheitsschädlich. Vor allem, wenn sie unter physischem Einsatz des Kopfes ausgeübt werden. Das gilt in erster Linie für das Boxen. Am Ende einer Karriere zeigen die Kämpfer nicht selten ein merkwürdiges Verhalten, erzählen seltsame Geschichten, soweit man sie überhaupt versteht. Verwunderlich ist das nicht, wenn man sieht, welchen Schlägen der Kopf ausgesetzt ist. In anderen Sportarten wird der Kopf äußerlich nicht nennenswert beansprucht. Man denke an Fechten, Reiten, Leichtathletik, Schwimmen. Hier können die Teilnehmer daher auch allgemein verständliche Sätze ins Mikrofon sprechen. Der Fußball nimmt zwischen diesen Extremen eine Mittelposition ein. Es gibt bekannte Stürmer, deren Nachruhm auf ihren Kopfballtoren beruht. Man denke an Uwe Seeler und Horst Hrubesch, der den Ehrentitel „Kopfball-Ungeheuer“ trägt.

Franz Beckenbauer zählte in seiner aktiven Zeit zwar zu den Spielern, die „mit Köpfchen“ arbeiteten, aber zu scharf getretenen Bällen ging er kopfmäßig eher aus dem Weg. Wohlwissend, dass seine Stärken in der unteren Körperhälfte lagen. Hin und wieder muss er doch im oberen Bereich getroffen worden sein. Anders ist nicht zu erklären, was er in Mikrofone sagt. Nach einem Besuch in Katar, wo Menschen wie Sklaven gehalten werden, versicherte er treuherzig, niemanden in Ketten gesehen zu haben, keiner trage dort eine Büßerkappe. Diese Behauptung kann ihn seinen Kaiser-Titel kosten.

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen


Nachrichtenticker