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Nach Anschlägen auf Flüchtlingsunterkünfte : Bürgerwehr in Freital: Razzia gegen rechte Gruppe

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Polizei und Staatsanwaltschaft gehen gegen mutmaßliche Mitglieder der rechten Gruppierung FTL/360 vor.

shz.de von
erstellt am 05.Nov.2015 | 13:28 Uhr

Dresden | Polizei und Staatsanwaltschaft sind am Donnerstag im Raum Freital bei Dresden gegen eine mutmaßlich rechte Gruppe vorgegangen. Der sächsische Innenminister Markus Ulbig (CDU) berichtete am Donnerstag, dass es einen Einsatz des Sonderdezernates politisch motivierte Kriminalität (PMK) gebe.

Nach Angaben von Landespolizeipräsident Jürgen Georgie liegt auch ein Haftbefehl vor. Ob er schon vollstreckt sei, sagte er nicht. Nach Berichten des Mitteldeutschen Rundfunks (MDR) soll sich der Einsatz gegen die Bürgerwehr Freital richten. Demnach wurde der Chef der ausländerfeindlichen Gruppe verhaftet und dessen Wohnung durchsucht. Eine offizielle Bestätigung gab es zunächst nicht. Auch gegen ein weiteres Mitglied der Bürgerwehr wird offenbar ermittelt. Einzelheiten wollte die Generalstaatsanwaltschaft am Nachmittag mitteilen.

In den Einsatz ist auch das für extremistische Straftaten zuständige Operative Abwehrzentrum (OAZ) eingebunden. Das Sonderdezernat PMK hatte seine Arbeit erst vor gut zwei Wochen aufgenommen. Generalstaatsanwalt Klaus Fleischmann hatte gesagt, dass es für den „Komplex Freital“ rund 40 Ermittlungsverfahren gebe. Das Sonderdezernat soll mögliche rechte Strukturen im Zusammenhang mit fremdenfeindlicher Kriminalität aufdecken.

In der Vergangenheit war es in Freital immer wieder zu ausländerfeindlichen Protesten sowie Angriffen und Anschlägen auf Asylbewerber und ihre Unterkünfte gekommen. Erst am Wochenende explodierte vor einer Flüchtlingsunterkunft in Freital ein Sprengsatz. Ein 26-jähriger Bewohner wurde dabei verletzt. Wenige Tage später brannte es in einem leerstehenden Supermarkt in Freital, der als Flüchtlingsnotunterkunft im Gespräch ist.

Offenbar steht die Bürgerwehr im Verdacht, für einige der Übergriffe verantwortlich oder zumindest an ihnen beteiligt gewesen zu sein, schreibt der MDR auf seiner Homepage.

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