Brennpunkt

shz.de von
13. Juni 2014, 11:57 Uhr

Toll, was sich die ARD vergangene Woche hatte einfallen lassen: Gewitter über Deutschland hieß der Hit, den sie als Brennpunkt über den Sender brachte. Es wurde d e r Quotenrenner. Die Produktion der Sendung war aber auch ziemlich kostspielig: Insgesamt über 100 Millionen Euro. Dafür ließ die ARD z.B. in Westdeutschland zahlreiche Dächer abdecken, es wurden nagelneue Autos mit umstürzenden Bäumen zerquetscht, auf Bahnstrecken wurden für die TV-Produktion in mehreren Bundesländern die Oberleitungen und Gleise aufgeworfen und zerstört. Die Bahn spielte bereitwillig mit und sperrte in Abstimmung mit der ARD mehrere Bahnstrecken tagelang, so dass die Erfolgssendung fast die ganze Woche nachwirkte. Besonders spannend für das Publikum waren auch die enormen Überschwemmungen. In Hildesheim lief das Wasser direkt ins Rathaus, so wurde gemeldet: Unwetter okkupiert Regierungssitz. Mehrere Meteorologen erklärten den Zuschauern die Technik der Hochspannungsblitze und das Zustandekommen des Donnergrollens durch Bongo-Trommeln. Auch andere Sender wie RTL versuchten sich an einer Unwetter-Produktion, konnten aber die ARD nicht erreichen. „Sie sahen das ARD-Wetter“ hieß es auch stolz nach mehreren Folgesendungen. Demnächst wird die ARD auch Wald- und Heidebrände legen und schon mal ein Dorf abfackeln. Brennpunkt: Hitzewelle. Unwetter-Katastrophen sehen die Leute am liebsten. Also sollen sie sie haben!

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