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Leipzig und Parchim : Brandanschlag auf geplante Flüchtlingsunterkunft, Betrunkene dringen mit Messer in Heim ein

vom

Ein Vermummter wirft einen Brandsatz in Leipzig, in Parchim müssen sich Flüchtlinge in Sicherheit bringen.

shz.de von
erstellt am 26.Aug.2015 | 08:15 Uhr

Leipzig/Parchim | Ein unbekannter Täter hat in der Nacht zum Mittwoch einen Brandsatz in eine geplante Flüchtlingsunterkunft in Leipzig geworfen. Ein Zeuge informierte sofort die Feuerwehr. Dadurch wurde größerer Schaden am Gebäude verhindert, wie das Operative Abwehrzentrum der Polizei am Mittwoch mitteilte. Es sei lediglich eine Matratze in Brand geraten. Laut Polizei sollten am Mittwoch wahrscheinlich 56 Flüchtlinge in das Gebäude einziehen. Zu dem vermummten Täter gibt es noch keine Spur.

Unterdessen ermittelt die Polizei in Parchim gegen zwei Männer, die am Dienstagabend betrunken und mit einem Messer auf den Hof einer Flüchtlingsunterkunft eingedrungen sind. Wie ein Polizeisprecher am Mittwoch in Rostock sagte, handelt es sich um zwei 31 und 29 Jahre alte Parchimer, die wegen Eigentumsdelikten bereits polizeibekannt sind.

Sie hatten am Abend gewaltsam eine Pforte im Zaun geöffnet, sagte eine Sprecherin des Malteser Hilfswerkes als Heimbetreiber. Mehrere syrische Flüchtlinge, die draußen auf einer Bank saßen, hätten die Männer mit dem Messer gesehen, seien ins Haus gegangen und holten einen Wachmann.

Die Eindringlinge seien erst geflüchtet, dann aber wiedergekommen und hätten gegrölt und den Wachmann beleidigt. Die alarmierte Polizei nahm die Betrunkenen auf dem Hof fest. Die Männer wurden zur Ausnüchterung mitgenommen, waren aber noch nicht vernehmungsfähig. Ein Test ergab, dass beide über zwei Promille Alkohol im Blut hatten.

Nach Angaben der Polizei in der Nacht sollen sie sich dabei fremdenfeindlich geäußert haben. Es werde wegen Verstoßes gegen das Waffengesetz und Hausfriedensbruch ermittelt. „Die Männer kamen vom gegenüberliegenden Discounter und das war eine reine Besoffenenaktion“, erklärte die Sprecherin des Heimbetreibers.

In dem Haus leben etwa 50 Flüchtlinge in Wohnungen, die Asylbewerber sind in Parchim an einem anderen Ort untergebracht.

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