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Dänemark plant Lufteinsatz : Bomben ohne Rücksicht auf Kinder: Scharfe Kritik an Rechtspopulisten

vom
Aus der Onlineredaktion

Der Ton ist hart in Kopenhagen nach den IS-Anschlägen in Paris. Auch wenn der Rechtspopulist Søren Espersen für Empörung sorgt, sind die großen Parteien sich einig: Dänische Bomber sollen bald Ziele in Syrien ansteuern.

shz.de von
erstellt am 16.Nov.2015 | 16:19 Uhr

Kopenhagen | Der dänische Ministerpräsident Lars Løkke und die Vorsitzende der Sozialdemokraten, Mette Frederiksen, haben sich von den Äußerungen des Politikers Søren Espersen distanziert. Der stellvertretende Fraktionsführer der einflussreichen rechtspopulistischen Dansk Folkeparti hatte erklärt, im Kampf gegen die IS-Terroristen auch Bombenangriffe zu befürworten, bei denen Frauen und Kinder getötet werden und damit Teile der Öffentlichkeit gegen sich aufgebracht. Ein dänischer Schriftsteller erstattete Anzeige gegen Espersen. Dieser hatte den Westen nach den Anschlägen in Paris wörtlich dazu aufgerufen, den Krieg gegen IS „nun nicht mehr wie Gentlemen zu führen“.

Dänemark habe stets das Ziel, Terror gegen die Zivilbevölkerung zu vermeiden, beschwichtigte Frederiksen die Worte ihres Folketing-Gegenübers. Auch der DF-Vorsitzende Thulesen Dahl ging auf Distanz zu seinem Parteifreund. Er unterstrich jedoch, dass bei Bombenangriffen auf IS-Stellungen leider auch Zivilopfer nicht ganz vermieden werden könnten.

Man müsse die IS-Terroristen „von der Erde ganz entfernen“ und deshalb müsse man den militärischen Beitrag Dänemarks ausbauen, sagte der verteidigungspolitische Sprecher der liberal-konservativen Regierungspartei. Dänemarks Regierung verkündete nach den Anschlägen in Frankreich sogleich, den militärischen Druck auf die IS-Terroristen zu erhöhen. Sobald die F 16-Bomber, die auf dem Militärflugplatz Skrydstrup in Jütland gerade eine Ruhepause vom Irak-Einsatz einlegen, wieder startbereit sind, sollen sie wieder Bomben fallen lassen, künftig aber auch über Syrien. Das erklärte Außenminister Kristian Jensen am Dienstag.

Allerdings lehnte er einen Einsatz dänischer Bodentruppen im Kampf gegen den Islamischen Staat zunächst strikt ab. Auch die Sozialdemokraten befürworten einen verstärkten Militär-Einsatz gegen IS durch die Bomber aus Skrydstrup.

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