Terrormiliz in Nigeria : Boko Haram greift Heimatdorf von Armeechef an

Er ist erst seit einer Woche Chef des Heeres: Tukur Buratai. Jetzt überfielen Boko-Haram-Kämpfer sein Dorf – und zerstörten alles. Buratais Kernaufgabe ist der Kampf gegen die Terrorgruppe.

shz.de von
22. Juli 2015, 13:43 Uhr

Kano | Mutmaßliche Kämpfer der islamistischen Terrormiliz Boko Haram haben das Heimatdorf des neu ernannten nigerianischen Armeechefs angegriffen und dutzende Häuser niedergebrannt. Zwei Menschen wurden bei dem Angriff auf das Dorf Buratai im Bundesstaat Borno getötet und viele weitere verletzt, wie der örtliche Beamte Malam Isa Buratai am Mittwoch erklärte.

Die sunnitische Boko Haram hat ihre Anschläge seit der Amtseinführung des neuen Präsidenten Muhammadu Buhari vor wenigen Wochen weiter intensiviert. Buhari hatte der Gruppe den Kampf angesagt. Bei mehreren Angriffen auf Dörfer und Moscheen waren allein Anfang Juli 150 Menschen getötet worden. In diesem Monat sind es bereits über 400. Die Islamisten wollen im Norden Nigerias ein islamisches Gottesreich aufbauen und verüben seit 2009 immer wieder schwere Anschläge. Mindestens 17.000 Menschen sind in dem Konflikt bereits umgekommen.

„In Buratai steht kein Stein mehr auf dem anderen, Boko Haram hat das ganze Dorf dem Erdboden gleichgemacht“, sagte ein Mitglied einer paramilitärischen Truppe in der Gegend. Da alle Bewohner geflohen seien, sei noch nicht klar, wie viele Opfer es gebe.

Generalmajor Tukur Buratai aus dem gleichnamigen Dorf wurde vergangene Woche von Präsident Buhari zum neuen Chef des Heeres der nigerianischen Streitkräfte ernannt. Seine Kernaufgabe wird die Bekämpfung der Terrormiliz Boko Haram im Nordosten Nigerias sein.

Zuletzt hatten mutmaßliche islamistische Terroristen im Norden Nigerias mehrere Anschläge auf Muslime verübt und fast 100 Menschen getötet. Die Täter hatten es offenbar auf Gläubige abgesehen, die sich auf das Ende des Fastenmonats Ramadan vorbereiteten.

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