Pakistan : Blutbad in Sufi-Schrein: Verwalter ermordet 20 Gläubige

Erst im Februar waren bei einem der schwersten Terroranschläge in Pakistan in dem bekannten Sufi-Schrein Lal Shahbaz Qalandar in Sehwan mindestens 70 Menschen getötet.

Erst im Februar waren bei einem der schwersten Terroranschläge in Pakistan in dem bekannten Sufi-Schrein Lal Shahbaz Qalandar in Sehwan mindestens 70 Menschen getötet.

Sie wurden betäubt, ausgezogen und mit Stichen und Schlägen getötet: Der Verwalter eines Sufi-Schreins hat ein Blutbad verübt.

shz.de von
02. April 2017, 17:00 Uhr

Islamabad | In einem Sufi-Schrein in Pakistan sind 20 Menschen ermordet worden. Der Verwalter habe die Opfer in den Ali Muhammad Gujjar Schrein bei der Stadt Sargodha eingeladen und sie dann mit Hilfe von drei Komplizen betäubt und getötet, teilte die Polizei am Sonntag mit. Die Tatverdächtigen wurden festgenommen. Ihr Motiv war zunächst unklar.

Nach Informationen des pakistanischen Fernsehsenders Geo TV hat der 50 Jahre alte Verwalter die Tat gestanden und erklärt, aus Angst gehandelt zu haben. Die nun getöteten Gläubigen hätten den ehemaligen geistlichen Führer des Schreins, Ali Muhammad, vor zwei Jahren vergiftet. Er habe befürchtet, ihnen ebenfalls zum Opfer zu fallen. Daher habe er die Gläubigen, unter ihnen vier Frauen, getötet.

Der Polizei zufolge wurden die Opfer am Samstagabend nach und nach in einen Raum im Schrein gebeten. Ihnen wurde zunächst ein Betäubungsmittel verabreicht. Sie wurden dann ausgezogen und mit Messern und Schlagstöcken malträtiert und getötet.

Berichte, wonach der Aufseher psychisch krank ist, wies ein Polizeisprecher zurück. Die Zeitung „The Nation“ berichtete, der Haupttäter habe erklärt, die Opfer seien nach ihrer Folterung „spirituell gereinigt“ worden.

Der Sufismus ist eine liberale islamische Glaubensrichtung mit mystischen Traditionen und Riten. Anders als extremistische oder orthodoxe Strömungen im Islam stehen seine Anhänger anderen Religionen tolerant gegenüber.

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