Treffen der Außenminister : Blinken und Lawrow in Genf: Letzte Chance für Deeskalation in der Ukraine?

Author: dpa/Pool AP
Antony Blinken (l), Außenminister der USA, und Sergei Lawrow, Außenminister von Russland, begrüßen sich vor ihrem Treffen.

Der russische Außenminister Sergej Lawrow und sein US-Kollege Antony Blinken sind am Freitag inmitten schwerer Spannungen im Ukraine-Konflikt zu Krisengesprächen in Genf zusammengekommen.

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21. Januar 2022, 12:31 Uhr

Der russische Außenminister Sergej Lawrow und sein US-Kollege Antony Blinken sind am Freitag inmitten schwerer Spannungen im Ukraine-Konflikt zu Krisengesprächen in Genf zusammengekommen.

Die Außenminister der USA und Russlands, Antony Blinken und Sergej Lawrow, sind in Genf zu Gesprächen über die Ukraine-Krise zusammengetroffen. Russland erwarte von dem Treffen „keinen Durchbruch”, sagte Lawrow zum Auftakt am Freitag. Blinken erneuerte seine Warnung vor einem russischen Einmarsch in die Ukraine: Dieser würde eine „gemeinsame, rasche und ernste” Reaktion nach sich ziehen, sagte er. Gleichzeitig betonte der US-Außenminister, die USA suchten weiter nach einer diplomatischen Lösung in dem Konflikt.

Wegen des massiven russischen Truppenaufmarschs an der Grenze zur Ukraine befürchtet der Westen, dass Russland einen Einmarsch in das Nachbarland vorbereitet. Die Regierung in Moskau bestreitet das. Die USA und die Europäer drohen Moskau seit Wochen mit massiven Konsequenzen, sollte die russische Armee die Ukraine angreifen.

Grafik-Karte Nr. 103618, Hochformat 110 x 120 mm, 'Russische Truppenpräsenz an der ukrainischen Grenze und Verortung der geplanten russisch-belarussischen Militärübung'; Grafik: A. Brühl, Redaktion: B. Schaller
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Grafik-Karte Nr. 103618, Hochformat 110 x 120 mm, "Russische Truppenpräsenz an der ukrainischen Grenze und Verortung der geplanten russisch-belarussischen Militärübung"; Grafik: A. Brühl, Redaktion: B. Schaller

Forderungen beider Seiten

Während die USA und ihre westlichen Verbündeten einen Rückzug der an der ukrainischen Grenze zusammengezogenen 100.000 russischen Soldaten fordern, verlangt Moskau Sicherheitsgarantien und ein Ende der Osterweiterung des westlichen Militärbündnisses Nato. Die Entspannungsbemühungen laufen seit vergangener Woche auf Hochtouren, haben aber bislang keine greifbaren Ergebnisse gebracht.

Russland argumentiert, dass der Truppenaufzug auf seinem eigenen Territorium stattfinde und daher „niemanden” bedrohe. Vielmehr fühle sich Russland seinerseits von außen bedroht.

„Erwarten Antworten auf unsere Vorschläge”

Blinken will nach eigenen Angaben in Genf darauf drängen, dass Moskau auf diplomatischem Weg wieder zur beiderseitigen Sicherheit von Russland und dem Westen beiträgt. „Ich werde auch klarmachen, dass russische Aggression gegen die Ukraine diese Chance auslöschen würde”, sagte er am Donnerstag in einer Rede in Berlin, wo er auch seine deutsche Kollegin Annalena Baerbock traf.

„Wir erwarten Antworten auf unsere Vorschläge”, so Lawrow. Vor dem Genfer Gespräch sagte die Sprecherin des russischen Außenministeriums, Maria Sacharowa, dass Lawrow mit Blinken im Detail Moskaus Forderungen an die Nato und die USA nach Sicherheitsgarantien durchgehen wolle.

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