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Bischof fällt in Ungnade: „31 Millionen! Unfassbar, mir wird schlecht“

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Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Der Druck auf den Limburger Bischof Franz-Peter Tebartz-van-Elst wächst: Nachdem das Bistum bekanntgegeben hatte, dass der neue Amts- und Wohnsitz bis jetzt statt der geplanten 5,5 Millionen rund 31 Millionen Euro gekostet hat, wurden gestern Rücktrittsforderungen laut.

Die hohen Kosten seien „moralisch nicht zu rechtfertigen und den Gläubigen nicht zu vermitteln“, sagte Pfarrer Werner Otto, Sprecher des bischofskritischen „Hofheimer Kreises“ (ein Zusammenschluss von rund 20 Priestern des Bistums Limburg). Falls es stimme, dass Tebartz-van Elst den Vermögensverwaltungsrat getäuscht habe, „bleibt dem Bischof keine andere Wahl, als dem Papst seinen Rücktritt anzubieten“. Noch direkter formuliert es der Limburger Pfarrer Hubertus Janssen: „31 Millionen! Unfassbar, mir wird schlecht“, zitiert der „Spiegel“ den Mann, der auch von „heiligem Zorn“ spricht. Auch der Sprecher des Priesterrats im Bistum Limburg, Reinhold Kalteier, geht auf Distanz: „Den Rücktritt zu fordern, das ist Sache des Papstes. Ich persönlich wüsste, was ich zu tun habe.“ Der Münsteraner Kirchenrechtler Thomas Schüller, der persönlicher Referent des früheren Limburger Bischofs Franz Kamphaus war, sagte: „Das ist ein großer Flurschaden, nicht nur im Bistum Limburg. Das trifft die gesamte Kirche in Deutschland. Das ist ein Skandal, und es muss Konsequenzen haben.“

Die „Frankfurter Allgemeine “ zitierte gestern aus einer Erklärung der Vermögensverwalter: „Wir sind durch den Bischof von Limburg hinter das Licht geführt worden“, heiße es darin. Den Mitgliedern des Gremiums seien die Gesamtkosten nicht bekannt gewesen.

Bischof Tebartz-van Elst wollte sich zu der Kostenexplosion nicht äußern. Er setzt zunächst auf die Prüfung durch die Deutsche Bischofskonferenz: „Wir warten ab, was der Prüfbericht ergibt“, sagte Martin Wind, kommissarischer Leiter der Bistumspressestelle. Zu Rücktrittsforderungen an den Bischof äußerte sich Wind allerdings nicht.

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erstellt am 09.Okt.2013 | 00:34 Uhr

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