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Lage in der Ukraine : Besetztes Gebäude in Charkow geräumt

vom

Nach Zusammenstößen zwischen Gegnern und Anhängern der Regierung drangen in der Nacht moskautreue Kräfte in das Gebäude ein. Spezialeinheiten räumten das Gebäude am Dienstagmorgen und nahmen 70 Menschen fest.

shz.de von
erstellt am 08.Apr.2014 | 08:36 Uhr

Donezk | In der ostukrainischen Millionenstadt Charkow haben Spezialeinheiten ein von prorussischen Aktivisten besetztes Verwaltungsgebäude geräumt und 70 Menschen festgenommen. Bei der Aktion sei kein Schuss gefallen, berichtete der Internetsender hromadske.tv am Dienstagmorgen.

In der Nacht war es in Charkow zu Zusammenstößen zwischen Gegnern und Anhängern der Zentralregierung gekommen. Moskautreue Kräfte drangen in das Gebäude der Gebietsverwaltung ein.

Interimspräsident Alexander Turtschinow ordnete einen massiven Einsatz an. Er warf Russland vor, es wolle mit Hilfe bezahlter Provokateure die Lage destabilisieren.

Nato-Generalsekretär Anders Fogh Rasmussen hat Russland indes vor einem Einmarsch in die Ost-Ukraine gewarnt. „Die Ereignisse in der östlichen Ukraine geben Anlass zu größter Besorgnis“, sagte er am Dienstagmorgen bei einer Veranstaltung in Paris. „Ich fordere Russland auf, sich zurückzuhalten.“ Er fügte hinzu: „Jede weitere Bewegung in die Ost-Ukraine hinein wäre eine ernste Verschärfung der Lage statt jener Entschärfung, die wir uns alle wünschen.“ 

Rasmussen forderte den Abzug der im Grenzgebiet zur Ukraine stationierten russischen Truppen. Nach Angaben der Nato-Militärs stehen dort 35 000 bis 40 000 russische Soldaten zu einem Einsatz bereit. Die Nato müsse ihre Einsatzbereitschaft verbessern, beispielsweise mit Manövern, sagte Rasmussen weiter. Unter anderem müsse auch die bisher noch nie eingesetzte Schnelle Eingreiftruppe (Nato Response Force/NRF) in einen Zustand hoher Einsatzbereitschaft versetzt werden. Rasmussen forderte zudem die Regierungen auf, mehr Geld für die Verteidigung auszugeben. „Die Europäer haben zu viel und zu lange abgerüstet“, sagte er. „Dies ist der Moment, um die Kürzungen zu stoppen und den bisherigen Trend wieder umzudrehen.“ 

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