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Nach Anti-Terroreinsatz in Chemnitz : Beschuldigter soll Geld an den Islamischen Staat übermittelt haben

vom

Wieder stürmt die Polizei in Chemnitz ein Wohnhaus. Wieder besteht Terrorverdacht.

shz.de von
erstellt am 14.Feb.2017 | 08:21 Uhr

Chemnitz | Nach dem Anti-Terror-Einsatz in Chemnitz hat sich ein Sprengstoffverdacht nach Angaben der Bundesanwaltschaft nicht bestätigt. Wie die Behörde am Dienstag in Karlsruhe mitteilte, waren Anhaltspunkte, dass der Verdächtige Sprengstoff besitzen könnte, Anlass für die Durchsuchungen am Montagabend. Ein Spezialeinsatzkommando des Landeskriminalamtes Sachsen hatte am Montagabend mehrere Wohnungen durchsucht. Der Verdacht habe sich aber nicht bestätigt, Festnahmen habe es nicht gegeben. Es bestehe aber der Verdacht, dass der Beschuldigte Geld an die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) übermittelt habe. Er wird zudem verdächtigt, selbst IS-Mitglied zu sein. Auch soll er in Schleusungen eingebunden gewesen sein.

Ein Zusammenhang mit dem Fall „Al-Bakr“ vom vergangenen Oktober, in dem die Bundesanwaltschaft wegen Terrorverdachts ermittelt, besteht nicht. Damals war die Polizei in Chemnitz ebenfalls zu einem Anti-Terror-Einsatz angerückt - die Festnahme des mutmaßlichen IS-Terroristen Dschaber al-Bakr scheiterte jedoch. Der 22-jährige Syrer floh trotz Großfahndung nach Leipzig, wo er von Landsleuten überwältigt und der Polizei übergeben wurde. Zwei Tage später erhängte er sich in Untersuchungshaft in der JVA Leipzig. In der Chemnitzer Wohnung fand die Polizei damals einen hochexplosiven Sprengstoff, mit dem der Syrer nach Erkenntnissen der Ermittler einen Anschlag auf einen Berliner Flughafen verüben wollte.

Die Federführung für den Einsatz am Montagabend lag beim Generalbundesanwalt in Karlsruhe. Zunächst hatten die „Freie Presse“, das Online-Portal „Tag 24“ und die „Bild“-Zeitung über den Einsatz berichtet. Spezialkräfte hatten mit Atemschutzmasken und Maschinenpistolen ein Wohnhaus gestürmt. Auch ein spezielles Fahrzeug zur Terrorabwehr und ein Sprengstoff-Suchhund kamen zum Einsatz. Anschließend soll es einen weiteren Einsatz in einem Wohngebiet gegeben haben.

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