zur Navigation springen

AfD-Gründer über seine alte Partei : Bernd Lucke vermisst Abgrenzung nach rechts bei AfD-Spitze

vom
Aus der Onlineredaktion

Der Parteigründer warnt auch vor „stark verbreitetem Nationalismus“ in der AfD. Die Führung unternehme zu wenig dagegen.

Hamburg | Der AfD-Gründer und frühere Vorsitzende Bernd Lucke redet Klartext über seine Ex-Partei. Der Hamburger Professor für Volkswirtschaftslehre sieht bei der neuen AfD-Spitze keinen Willen zur Abgrenzung gegen Rechtsextreme. Chauvinismus und Nationalismus seien in der Partei stark verbreitet, sagte Lucke der Hamburger „Morgenpost“ (Mittwoch).

Parteigründer Bernd Lucke war Verlierer des internen Machtkampfes in der AfD. Daraufhin verließ er die Partei. Nun beobachtet er mit Sorge, wohin sich die AfD entwickelt.

Bernd Lucke sagt weiter über die AfD-Spitze: „Leider besitzt die jetzige Führung weder den Willen noch die Fähigkeit energisch dagegen vorzugehen.“ Die Parteispitze lasse sich vom radikalisierten Teil der Basis treiben und zolle ihr immer wieder Tribut „wie etwa durch die Bemerkungen über das Schießen auf Flüchtlinge“.

Er selbst sei immer für eine klare Abgrenzung nach rechts gewesen, sagte Lucke. „Es waren (Alexander) Gauland, (Frauke) Petry und (Marcus) Pretzell, die den Rechten den Freifahrtschein gaben.“ Auch wenn er in der Flüchtlingspolitik keine durchdachten inhaltlichen Positionen erkennen könne und sich die AfD in anderen politischen Bereichen „komplett abgemeldet“ habe, sei er immer noch stolz auf die Parteigründung. „Was ich sehr bedauere ist, dass sich die AfD dann so fehlentwickelt hat.“ Lucke hatte die AfD 2013 mitbegründet, wurde 2015 als Vorsitzender jedoch abgewählt. Daraufhin verließ er die Partei und gründete die Allianz für Fortschritt und Aufbruch (ALFA).

zur Startseite

von
erstellt am 30.Mär.2016 | 14:35 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen