Berlin: Fast 2000 angezündete Autos innerhalb fünf Jahren

Dieser Kleinwagen war am 2. Juli  in Berlin-Kreuzberg in Flammen aufgegangen.
Dieser Kleinwagen war am 2. Juli in Berlin-Kreuzberg in Flammen aufgegangen.

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30. Juli 2014, 17:20 Uhr

Genau 1911 Autos sind seit 2009 in Berlin angezündet worden. Allein in diesem Jahr wurden bis zum 8. Juli 136 Fahrzeuge angegriffen, darunter vier Polizeiwagen, wie aus der am Antwort der Senats-Innenverwaltung auf eine parlamentarische Anfrage der Grünen hervorgeht. 2011 gab es mit 537 in Brand gesteckten Wagen den höchsten Stand. Seit 2009 konnten 80 Tatverdächtige ermittelt werden. Bei 18 von ihnen gingen die Ermittler von einer politischen Motivation aus, teilweise im linksextremistischen Bereich. Anschläge richteten sich in dem Zusammenhang gegen Fahrzeuge von Institutionen oder auch Unternehmen wie Deutsche Bahn AG oder Siemens. Seit 2009 brannten 17 Fahrzeuge von Berliner Behörden, allein 13 der Polizei. Wie viele Auto-Brandstiftungen aufgeklärt wurden, bleibt unklar. Eine solche Quote werde bei der Polizei nicht gesondert erfasst, teilte Innenstaatssekretär Bernd Krömer mit.

Bei Brandstiftungen ohne politischen Hintergrund wurden bei polizeilichen Vernehmungen von Verdächtigen laut Antwort Sozialneid, Rache, Vandalismus oder Versicherungsbetrug als Motiv ermittelt. Nach Ansicht des Innenexperten der oppositionellen Grünen-Fraktion, Benedikt Lux, fällt es den Brandstiftern immer noch zu leicht, ihre feigen Taten zu begehen. „Es gibt keine politische Rechtfertigung für diese Straftaten.“ Innensenator Frank Henkel (CDU) habe jedoch bis heute keine Lösung des Problems geliefert, kritisierte Lux. Der Verfolgungsdruck der Polizei müsste langfristiger hoch gehalten werden. Auch Bürger sollten wachsam sein.

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