Ex-Behördenchef Weise soll sie informiert haben : Bericht: Merkel seit 2017 über Mängel im Bamf informiert

<p>War die Kanzlerin Angela Merkel bereits lange über die Missstände im Bamf informiert? Das legt ein Bericht der Bild-Zeitung nahe. </p>

War die Kanzlerin Angela Merkel bereits lange über die Missstände im Bamf informiert? Das legt ein Bericht der Bild-Zeitung nahe.

Die Bild am Sonntag berichtet, dass die Kanzlerin mehrmals im direkten Gespräch informiert worden sei.

shz.de von
03. Juni 2018, 09:12 Uhr

Berlin | Ein Bericht des ehemaligen Behördenchefs Frank-Jürgen Weise könnte zum Verhängnis für Angela Merkel werden. Das geht zumindest aus einem Bericht der Bild am Sonntag hervor. Demnach soll die Kanzlerin bereits seit vergangenem Jahr über die Missstände im Bundesamt für Migration und Flüchtlinge informiert sein.

Weise, der nach seiner Tätigkeit als Beauftragter für Flüchtlingsmanagement weiter helfen sollte, das Asylsystem zu reformieren, soll dem Artikel der Bild am Sonntag zufolge bereits Anfang 2017 einen internen Bericht verfasst haben, in der er die Zustände im Bamf schonungslosen analysierte. Die Bild am Sonntag zitiert aus dem Bericht, dass die Leitung unter Weise „in ihrer beruflichen Erfahrung noch nie einen so schlechten Zustand einer Behörde erlebt“ habe.

Auch das Innenministerium, dem das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge untersteht, soll in dem Bericht von Weise scharf kritisiert worden sein. Dabei soll er vor allem auf Mängel in der Datenverarbeitung und in der Aufbau- und Ablauforganisation hingewiesen haben.

Außerdem, so habe Weise laut Bild am Sonntag in seinem Bericht geschrieben, sei es „nicht erklärbar, wie angesichts dieses Zustandes davon ausgegangen werden konnte, dass das Bamf den erheblichen Zuwachs an geflüchteten Menschen auch nur ansatzweise bewerkstelligen könnte."

Weise erklärte gegenüber der Bild Zeitung, er habe den Bericht zum Innenministerium geschickt. Dort bestätigte man gegenüber der Bild die Existenz und erklärte, dass viele Vorschläge „Eingang in die weiteren Arbeiten zur Verbesserung der Situation fänden.“

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