zur Navigation springen

US-Präsidentschaftswahlen : Bericht: Donald Trump hat die nötige Zahl der Delegierten erreicht

vom
Aus der Onlineredaktion

Der Unternehmer komme jetzt auf 1238 Delegierte, heißt es. Neues gibt es auch von Hillary Clinton.

shz.de von
erstellt am 26.Mai.2016 | 19:02 Uhr

Washington | Donald Trump hat nach einer Zählung der US-Nachrichtenagentur AP die für die Präsidentschaftskandidatur der Republikaner nötige Zahl der Delegierten erreicht. Der New Yorker Unternehmer komme nun auf 1238 Delegierte, berichtet die AP am Donnerstag.

Es handelt sich allerdings nicht um offizielle Zahlen, sondern um das Ergebnis einer Umfrage bei ungebundenen Delegierten, die von der Agentur selbst befragt wurden. Trump hatte nach der jüngsten Vorwahl im Bundesstaat Washington nur noch wenige Delegierte Abstand zu der Schwelle. Er wird sie am 7. Juni ohnehin überschreiten, selbst wenn er einige der noch ausstehenden Vorwahlen in Kalifornien, New Jersey, New Mexico, North Dakota und South Dakota verlieren sollte. Da er keinen Gegenkandidaten mehr hat, ist dies unrealistisch.

Eine Übersicht der Vorwahl-Ergebnisse der Republikaner:

Offizielle Angaben zum Wahlverhalten ungebundener Delegierter auf dem Nominierungsparteitag im Juli in Cleveland gibt es nicht. Die Zählung der „New York Times“ umfasste auch am Donnerstag weiterhin 1150 gebundene Delegierte, die in Cleveland für Trump stimmen müssen.

Die 50 Bundesstaaten, der Hauptstadt-District of Columbia (Washington DC) und fünf US-Außengebiete bestimmen jeweils selbst, ob die in ihrem Vorwahlprozess bestimmten Delegierten an das Wahlergebnis gebunden sind oder nicht.

Trump hatte im Juni 2015 seine Kandidatur bekanntgeben. Zunächst als chancenlos eingeschätzt, setzte sich der Immobilien-Milliardär im Laufe des Vorwahlkampfes gegen 16 Mitbewerber durch. Nach der von Trump mit deutlichem Vorsprung gewonnenen Vorwahl im Bundesstaat Indiana am 3. Mai gaben die letzten beiden Kontrahenten Ted Cruz und John Kasich auf.

Bis dahin hatten sich Spekulationen gehalten, dass Teile der Partei, die einem Kandidaten skeptisch gegenüberstehen, eine Revolte auf dem Parteitag in Cleveland anzetteln könnten und am Ende doch noch einen anderen Kandidaten auf den Schild heben könnten. Dies gilt inzwischen als höchst unwahrscheinlich.

Wie sieht es derzeit bei den Demokraten aus? Die Übersicht:

Derweil wurden auch gegen Hillary Clinton wieder kritische Stimmen laut. Sie hat mit der Nutzung eines privaten E-Mail-Servers in ihrer Zeit als US-Außenministerin gegen interne Vorschriften des Ministeriums verstoßen. Zu diesem Schluss kommt ein Untersuchungsbericht der Behörde, der am Donnerstag offiziell vorgelegt wurde.

Clinton habe sich im Ministerium keine Erlaubnis dafür eingeholt, ihre Kommunikation über den privaten Server abzuwickeln, heißt es darin. Hätte sie es getan, wäre ihr das wahrscheinlich nicht erlaubt worden. Aus dem Bericht geht auch hervor, dass Mitarbeitern Clintons nahegelegt wurde, dass die Nutzung des Servers problematisch sei. Diese Hinweise seien aber ignoriert worden.

In einer sehr knappen Stellungnahme von Clintons Wahlkampfteam heißt es, der Bericht zeige lediglich, dass die Ex-Außenministerin mit ihren E-Mail-Praktiken auf der Linie mehrerer ihrer Vorgänger und anderer Amtsvertreter gelegen habe. „Auch diese nutzten private E-Mails.“ Die Affäre nagt seit längerem an der Präsidentschaftsbewerberin und wahrscheinlichen Kandidatin der Demokraten. Sie sieht sich deswegen heftiger Angriffe aus dem republikanischen Lager ausgesetzt. Insbesondere Donald Trump wird den Vorwurf mangelnder Glaubwürdigkeit nun noch massiver ausspielen.

Clinton hatte die Nutzung des privaten Servers nach langem Zögern als Fehler bezeichnet. Die nun vorgelegte Untersuchung des Außenministeriums ist aber nur eine von mehreren. Gefährlich könnte ihr eine Ermittlung des FBI werden: Die Bundespolizei prüft, ob sie über den Server auch vertrauliche Informationen verschickte oder empfing. In diesem Fall droht ihr eine Anklage. Berichten zufolge scheint die Ermittlung kurz vor dem Ende zu stehen.

Vor Kurzem befragte das FBI Clintons Vertraute Huma Abedin. Sie war im Außenministerium stellvertretende Stabschefin und persönliche Assistentin Clintons und ist mittlerweile die Vizevorsitzende ihres Wahlkampfteams. Der Untersuchungsbericht umfasst 83 Seiten. Neben Clinton wurden auch die Amtszeiten vier weiterer Außenminister unter die Lupe genommen, darunter der amtierende Chefdiplomat John Kerry.

Im Fazit heißt es allgemein und kritisch: „Im Büro des Außenministers gab es über längere Zeit systematische Schwächen bei der elektronischen Kommunikation und der Aufzeichnung, die über die Amtszeit eines Außenministers hinausgehen.“ Das Ministerium hatte Clintons E-Mails in den vergangenen Monaten nach und nach veröffentlicht. Damit setzte es eine richterliche Anordnung um.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen