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Konflikt zwischen Armenien und Aserbaidschan : Berg-Karabach: Erneut Tote bei Gefechten

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Drei Soldaten sterben innerhalb von 24 Stunden. Die Bundesregierung ist besorgt und ruft zum Ende der Kämpfe auf.

Baku/Eriwan | Im Südkaukasus wird trotz der von Aserbaidschan ausgerufenen Feuerpause weiterhin gekämpft. Im Konfliktgebiet Berg-Karabach starben bei Gefechten mit armenischen Truppen innerhalb von 24 Stunden drei aserbaidschanische Soldaten. Das teilte das Verteidigungsministerium in Baku am Montag mit. Das armenische Militär berichtete, es habe fünf aserbaidschanische Panzer im südlichen Teil der Demarkationslinie zerstört. Die Bundesregierung zeigte sich „sehr besorgt“ über den Konflikt und rief zu einem Ende der Kampfhandlungen auf.

Die Kämpfe in dem jahrzehntealten Konflikt zwischen den beiden Ex-Sowjetrepubliken waren am Wochenende neu aufgeflammt. Mindestens 30 Soldaten waren dabei getötet worden. Die Führungen in Eriwan und Baku machen sich gegenseitig verantwortlich.

Außenminister Frank-Walter Steinmeier habe mit seinen Amtskollegen aus beiden Ländern telefoniert, berichtete sein Sprecher Martin Schäfer am Montag in Berlin. „Jeder weiß, dass es eine militärische Lösung des Konflikts nicht geben wird“, betonte er. Am Mittwoch wird der armenische Präsident Sersch Sargsjan in Berlin erwartet. Er trifft dort mit Bundespräsident Joachim Gauck und Kanzlerin Angela Merkel zusammen.

Der Konflikt um Berg-Karabach schwelt seit Jahrzehnten.
Der Konflikt um Berg-Karabach schwelt seit Jahrzehnten. Foto: dpa
 

Aserbaidschan wirft Armenien vor, die Region Berg-Karabach seit einem Krieg Anfang der 1990er Jahre besetzt zu halten und sieht darin einen Völkerrechtsbruch. Die überwiegend von Armeniern besetzte Region hatte sich damals von der Führung in Baku unabhängig erklärt. Seit 1994 gilt ein Waffenstillstand, der aber immer wieder gebrochen wird. Friedensverhandlungen unter Vermittlung der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) stocken seit Jahren. Für diesen Dienstag ist ein Krisentreffen in Wien geplant.

Die russische Tageszeitung „Wedomosti“ offenbarte in ihrer Montagsausgabe den Zwiespalt Russlands in der jetzigen Auseinandersetzung: „Moskau ist in einer schwierigen Situation. Es ist an Freundschaft mit Eriwan interessiert und zugleich an Loyalität zu Baku. Russland ist der wichtigste Garant des Bischkek-Protokolls (Anm. d. Red. des Waffenstillstandsabkommens) von 1994 und zugleich Waffenlieferant der Konfliktparteien. Von 2010 bis 2013 hat Aserbaidschan in Russland Kriegsgerät im Wert von vier Milliarden Dollar gekauft, Armenien hat allein im Februar 2016 zu diesem Zweck ein Darlehen über 200 Millionen Dollar erhalten. Russland ist militärischer Verbündeter Armeniens und im Falle einer Ausweitung des Konflikts ist das Risiko groß, dass die russische Armee in Kampfhandlungen hineingezogen wird.“

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erstellt am 04.Apr.2016 | 14:37 Uhr

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