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Präsidentenwahl : Beobachter warnen vor Manipulation bei Wahl in Nigeria

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Geht bei der Wahl in Nigeria alles mit rechten Dingen zu? Erste Ergebnisse sehen Muhammadu Buhari leicht vor Amtsinhaber Jonathan.

shz.de von
erstellt am 31.Mär.2015 | 10:00 Uhr

Abuja | Eine Gruppe zivilgesellschaftlicher Wahlbeobachter in Nigeria hat vor Manipulationen bei der Auszählung der Stimmen nach der Präsidentenwahl gewarnt. Es gebe aus mehreren Bundesstaaten besorgniserregende Berichte über Manipulationen und den Einsatz von Sicherheitskräften zur Beeinflussung von Auszählungen, sagte die Gruppe am Montag.

Nach der Präsidentenwahl in Nigeria liegt der muslimische Oppositionskandidat Muhammadu Buhari bei der Stimmenauszählung weiter in Führung. Der frühere Militärdiktator gewann ersten Ergebnissen zufolge bei der Wahl in Afrikas bevölkerungsreichstem Land rund zwei Millionen Stimmen mehr als der christliche Amtsinhaber Goodluck Jonathan. Buhari sicherte sich 8,5 Millionen Stimmen und gewann zehn der 36 Bundesstaaten des ölreichen Landes, Jonathan hingegen kam nur auf acht Bundesstaaten und 6,5 Millionen Stimmen, wie die staatliche Wahlkommission mitteilte. Weitere Ergebnisse der Abstimmung vom Wochenende werden noch im Lauf des Dienstags erwartet.


Die renommierte Organisation, der Nigeria Civil Society Situation Room, wird finanziell auch von der US-Regierung unterstützt. Die Wahlergebnisse sollen noch im Lauf des Montags bekanntgegeben werden. Die Abstimmung vom Samstag, bei der sich knapp 70 Millionen Wahlberechtigte zwischen Präsident Goodluck Jonathan und seinem Herausforderer Muhammadu Buhari entscheiden mussten, verlief nach Ansicht verschiedener Beobachter im Großen und Ganzen ordnungsgemäß.

Ein Mitglied der EU-Beobachtermission, der CDU-Europaabgeordnete Joachim Zeller, sagte, die Wahlen seien „recht frei und transparent“ verlaufen. Bei der Auszählung auf der Bezirksebene sei jedoch die Möglichkeit der Manipulation gegeben. So habe etwa bei der Auszählung in Lagos „ein unbeschreibliches Durcheinander“ geherrscht.

Bei der Präsidentenwahl in Nigeria zeichnet sich die Möglichkeit eines Wahlsieges des muslimischen Oppositionskandidaten Muhammadu Buhari an. Erste Auszählungsergebnisse zeigten am Montag ein knappes Rennen Buharis mit christlichen Amtsinhaber Goodluck Jonathan. Dabei schien Buhari in Führung zu liegen. Sollte der 72 Jahre alte frühere Militärdiktator Buhari den 57 Jahre alten Jonathan ablösen, wäre es der erste Wahlsieg der Opposition seit der Rückkehr des westafrikanischen Lands zur Demokratie 1999.

Rund 70 Millionen Wahlberechtigte waren am Samstag an die Urnen gerufen. Genaue Daten zur Wahlbeteiligung gab es zunächst nicht. Der Amtsinhaber und seine regierende Demokratischen Volkspartei (PDP) umwarben die Wähler mit der Aussicht auf Kontinuität; Buhari und sein Oppositionsbündnis Partei der Fortschrittlichen (APC) versprachen die Bekämpfung der grassierenden Korruption und einen Sieg über den islamistischen Terrorismus der Boko Haram. Seit 2009 haben die sunnitischen Extremisten im Nordosten Nigerias mindestens 14.000 Menschen getötet.

Um die Präsidentenwahl zu gewinnen, muss ein Kandidat neben einer absoluten Stimmenmehrheit auch mindestens 25 Prozent der Stimmen in zwei Dritteln der 36 Bundesstaaten des Landes gewinnen. Zur Wahl stehen 14 Kandidaten. Sollte keiner die nötige Mehrheit erreichen, wäre in zwei Wochen eine Stichwahl fällig. Am Samstag wurde auch ein neues Parlament gewählt. 

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