Entschuldigung auf Facebook : Beatrix von Storch bedauert Äußerung zu Amokfahrt in Münster

Beatrix von Storch macht den Trump.
Umstritten: Die AfD-Vizechefin Beatrix von Storch.

Sie habe einen Fehler gemacht, der ihr leid tut, sagt die AfD-Vizechefin – und kritisiert sogleich Angela Merkel.

shz.de von
12. April 2018, 09:38 Uhr

Berlin | Die Vizechefin der AfD-Bundestagsfraktion, Beatrix von Storch, bedauert, dass sie den Amokfahrer von Münster fälschlich als „Nachahmer islamischen Terrors“ bezeichnet hat. „Ich habe mit meinem Tweet zu Münster einen Fehler gemacht und das tut mir leid. Ich habe einen falschen Verdacht zur Unzeit geäußert, bevor die Fakten bestätigt waren“, schrieb von Storch auf ihrer Facebook-Seite.

Von Storch war wegen ihrer Äußerung heftig kritisiert worden. CSU-Generalsekretär Markus Blume hatte ihren Rücktritt gefordert.

In Ihrem Post folgen auf die Entschuldigung umgehend Anschuldigungen gegen Bundeskanzlerin Angela Merkel. „Ich möchte nie wie Angela Merkel sein, die ihre Fehler nicht zugibt. Merkel bleibt bis heute bei ihrem „Wir schaffen das.“ Selbst nach dem Zustrom von einer Million illegaler Migranten, den Silvesterübergriffen und den Anschlägen von Ansbach, Würzburg, Hamburg, Berlin und zahlreichen „Einzelfällen“ erklärte sie, sie wüsste nicht, was sie hätte anderes machen sollen“, schreibt von Storch. Sie sei in Sorge und rechne mit neuen Terroranschlägen. Sie mache sich Gedanken darüber, wie das zu verhindern sei. „Madrid, Paris, Nizza, London, Brüssel, Stockholm, Berlin, Trèbes…die Anschläge häufen sich.“ Der „furchtbare Anschlag von Münster“ zeige dasselbe Tatmuster wie bei den islamistischen Anschlägen zuvor.

Gerade Politiker aber müssten angesichts der Lage besonnen und ruhig bleiben. „Selbst unter dem Eindruck von Terror, Gewalt und massiven Staatsversagen muss man abwarten, bis die Fakten aufgeklärt sind und dann analysieren und dann politische Lösungen aufzuzeigen, die für die nationale Sicherheit und den Schutz der Bürger notwendig sind“, schrieb von Storch.

Man werde noch oft Situationen erleben, in denen bang auf die Informationen der Sicherheitsdienste gewartet werden müsse. Weitere Anschläge würden kommen. „Denn solange Angela Merkel ihre Fehler nicht eingesteht und daraus politische Konsequenzen zieht, nämlich die Grenzen zu schützen, das Asylrecht zu ändern, Gefährder festzunehmen und abzuschieben, muss, wie Bundesinnenminister Horst Seehofer am Wochenende sagte, mit einem Anschlag in Deutschland 'jederzeit gerechnet werden'.“

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