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Ehemaliger US-Präsident : Barack Obama kritisiert Abschaffung von „Dreamer“-Programm als „falsch“

vom

Es mache keinerlei Sinn, gut ausgebildete Leute des Landes zu verweisen. Darüberhinaus sei es unmenschlich, sagt Obama.

shz.de von
erstellt am 06.Sep.2017 | 08:23 Uhr

Washington | Der frühere US-Präsident Barack Obama hat die Migrationspolitik seines Nachfolgers Donald Trump scharf kritisiert. „Diese jungen Leute ins Visier zu nehmen, ist falsch, weil sie sich nichts haben zuschulden kommen lassen“, schrieb Obama am Dienstag auf Facebook. „Hier geht es um junge Leute, die in Amerika aufgewachsen sind. Die in unseren Schulen unterrichtet wurden, junge Erwachsene, die ihre Karriere starten, Patrioten, die den Treueschwur auf unsere Fahne leisten“, schrieb Obama. „Sie hinauszuwerfen, senkt unsere Arbeitslosenquote nicht, mindert nicht die Steuerlast von irgendwem und erhöht auch keine Arbeitslöhne“, fuhr Obama fort.

Er hatte als Präsident im Jahr 2012 ein Programm aufgelegt, das es 800.000 Kindern von illegalen Zuwanderern ermöglichte, problemlos in den USA zu leben. Trump beendete das Programm am Dienstag. Es sei nicht vereinbar mit Recht und Gesetz und widerspreche der Verfassung.

Obama erklärte, er habe jahrelang erfolglos den Kongress gebeten, endlich ein Gesetz vorzulegen, dass die Situation der sogenannten „Dreamer“ regele. Dies sei nicht geschehen, bis er selbst mit einer Präsidenten-Anordnung zur Tat geschritten sei. Es mache keinerlei Sinn, gut ausgebildete, fähige Leute des Landes zu verweisen. Darüberhinaus sei es unmenschlich. „Viele von ihnen können keine andere Sprache als Englisch“, schrieb Obama weiter.

Obama machte in seinem Facebook-Post auch klar, dass Trumps handeln rechtlich nicht erforderlich war, sondern es sich um eine politische Entscheidung und eine moralische Frage handele. Welche Vorurteile oder Sorgen Amerikaner auch immer über Einwanderung im Allgemeinen hätten, man sollte nicht die Zukunft einer Gruppe junger Menschen verbauen, die ohne ihr Verschulden hier seien. Alle seien durch strikte Prüfungen gegangen und stellten kein Sicherheitsrisiko dar. Niemand würde dem Rest irgendetwas wegnehmen. „Sie sind der Werfer im Softballteam unserer Kinder. Sie sind nach einer Katastrophe der Ersthelfer in einer Gemeinde. Der Kadett im Reserveoffizier-Ausbildungskorps, der nichts lieber will, als eine Uniform des Landes zu tragen, das ihm eine Chance gab.“

Es liege jetzt an den Mitgliedern des Kongresses, diese jungen Menschen und ihre Zukunft zu beschützen.

Obamas Beitrag auf Facebook wurde seit seiner Veröffentlichung am Dienstagabend über 1,1 Million Mal mit „Gefällt mir“ markiert und fast 550.000 Mal geteilt. Über 61.000 Kommentare finden sich unter dem Post. Darunter Worte wie „Ich wünschte, du wärst immer noch unser Präsident“ (über 87.000 Reaktionen) oder „Auch wenn er nicht mehr im Amt ist, so ist er doch mehr unser Anführer als es Trump jemals sein wird“ (27.000 Reaktionen). Eine Nutzerin schreibt: „Wenn du noch immer Trump unterstützt, dann hast du deine Moral und dein kritisches Denken die Toilette runtergespült. Wir vermissen dich Obama.“

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