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Bahn kämpft gegen das Chaos

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Hauptverkehrsstrecken teilweise gesperrt – Reparatur von Sturmschäden dauert bis nächste Woche an

Umgestürzte Bäume auf den Gleisen, beschädigte Oberleitungen – auch gestern bekamen tausende Bahnreisende im Norden die Auswirkungen des Orkantiefs „Christian“ zu spüren. Auf gleich fünf Hauptstrecken in Schleswig-Holstein fuhren keine Züge. Busse pendelten stattdessen hin und her. Viele Bahnbedienstete, Kräfte von Technischem Hilfswerk und Feuerwehren waren erneut im Dauereinsatz, die Schienen zu räumen, zu reparieren und die Oberleitungen zu flicken.

Es waren jene Strecken betroffen, die von der Deutschen Bahn und der Nord-Ostsee-Bahn (NOB) bedient werden. Zwischen Hamburg und Flensburg mussten mehr als 70 auf den Gleisen liegende Bäume beseitigt werden. Einen Orkan mit „solch zerstörerischer Kraft“ habe er in seinen 40 Berufsjahren noch nicht erlebt, sagte ein Bahnsprecher. Alles verfügbare Personal sei jetzt auf den betroffenen Strecken. „Und zwar jeder, der eine Säge in die Hand nehmen kann.“

Gestern Nachmittag wurden die Strecken zwischen Kiel und Rendsburg sowie zwischen Westerland und Elmshorn wieder freigeräumt. Die NOB rechnet für heute bereits mit einem Zugverkehr zwischen Hamburg-Altona und Westerland nach Regelfahrplan.

Anders die Lage zwischen Elmshorn und Neumünster: Laut Bahn bleibt diese Strecke voraussichtlich bis zum 2. November gesperrt. Zwischen Neumünster und Flensburg lassen umgestürzte Bäume und Oberleitungs-Schäden sogar „bis voraussichtlich 4. November keinen Zugbetrieb zu“. Es bleibt beim Ersatzbusverkehr.

Zwischen Süderbrarup und Flensburg pendelten gestern noch Busse, von heute an sollen die Züge zwischen Eckernförde und Flensburg wieder nach Fahrplan fahren. Zwischen Kiel und Neumünster konnten nur dieselbetriebene Züge auf einem Gleis pendeln.

Für Reisende in Neumünster, die nach Hamburg wollten, wurden von Regionalbahn und Nordbahn Züge mit erhöhter Kapazität nach Bad Oldesloe eingesetzt. Hier konnten die Fahrgäste nach Hamburg umsteigen. Ausgerechnet heute Abend beginnen jedoch hier Bauarbeiten, die sich laut Bahnsprecher „nicht zurückdrehen ließen“. Es fahren Ersatzbusse. Als weitere Ausweichroute wird die AKN von Neumünster nach Hamburg vorgeschlagen.

Einen Hauch von Lob für das Krisenmanagement gab es gestern vom Fahrgastverband Pro Bahn. „Die Bahn ist erkennbar bemüht, die Reisenden nicht im Regen stehen zu lassen“, sagte Pro Bahn-Sprecher Birger Wolter. So organisiere die Bahn Taxifahrten und Hotelgutscheine für die Gestrandeten. Eine solche Situation erfordere jedoch viel Personal, sagte Wolter weiter. „Und das wird immer weniger.“
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erstellt am 31.Okt.2013 | 00:31 Uhr

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