Besuch beim Weltwirtschaftsforum : Ausnahmezustand: Davos wappnet sich für Donald Trump

Eigentlich ist Davos ein eher beschaulicher Ort. Doch während des Weltwirtschaftsforums herrscht hier der Ausnahmezustand.
Eigentlich ist Davos ein eher beschaulicher Ort. Doch während des Weltwirtschaftsforums herrscht hier der Ausnahmezustand.

Im Alpenort Davos werden die ohnehin hohen Sicherheitsvorbereitungen vom US-Geheimdienst noch verschärft.

shz.de von
11. Januar 2018, 16:08 Uhr

Der Schweizer Wintersportort Davos wappnet sich für den überraschend angekündigten Besuch von US-Präsident Donald Trump beim Weltwirtschaftsforum (WEF, vom 23. bis zum 26. Januar). Die ersten US-Sicherheitsleute landeten bereits in Zürich, wie die Zeitung „Blick“ am Donnerstag berichtete. Im Spital Davos habe sich eine US-Vorhut angekündigt, um die Ausstattung in Augenschein zu nehmen, sagte Krankenhauschef Hans-Peter Wyss im Fernsehen. Die Schweizer Luftwaffe donnerte bei einem Übungsflug über den Ort. „Davos muss sich auf das Sturmtief 'Donald' gefasst machen“, schrieb die „Neue Zürcher Zeitung“.

Vor 18 Jahren war zum bisher letzten Mal ein US-Präsident da: Bill Clinton. Er reiste mit 350 Bodyguards und mehr als 150 Mitarbeitern an, darunter Fahrer, Ärzte und Köche sowie eigens eingeflogenen Hubschraubern und Limousinen. „Alles, was wir bisher gekannt haben an Sicherheitsmaßnahmen und Hektik, wird mit dem Faktor 10 multipliziert werden“, sagte der langjährige Davoser Fünf-Sterne-Hotelier Ernst Wyrsch der „Basler Zeitung“.

Im vergangenen Jahr war der chinesische Präsident Xi Jinping der Stargast des WEF. „Das spielt eigentlich keine Rolle, ob der US-Präsident oder der chinesische Präsident anreist – wir sind vorbereitet“, sagte Walter Schlegel, Kommandant der Kantonspolizei.

Die Schweizer wollen den Amerikanern aber nicht die Kontrolle überlassen: „Wo sind wir denn eigentlich? In unserem Land“, sagte Altpolitiker Adolf Ogi, der Clinton damals als Präsident empfing. „Es geht nicht darum, wenn Präsident Trump kommt, dass unsere Regierung, unser Präsident sich unterordnen.“ Der jetzige Schweizer Präsident Alain Berset sei an einem Austausch mit Trump interessiert, wie seine Sprecher bestätigen. Einen Termin hatte er aber zunächst nicht.

Der Trump-Besuch hat zudem WEF-Gegner mobilisiert. Die Kampagnenorganisation Campax startete eine Petition gegen den Besuch. Sie hatte bis Donnerstagmittag mehr als 7500 Stimmen gesammelt. Campax wirft Trump unter anderem Rassismus, Sexismus und Kriegstreiberei vor. Die „Bewegung für den Sozialismus“ hat zum Auftakt des WEF am 23. Januar eine Demonstration unter dem Motto „Trump not welcome!“ (Trump nicht willkommen) angekündigt.

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