NSA-Spionage : Auslandsaufklärung missverstanden: „Der Postillon“ stichelt gegen BND

Der Artikel des Postillons sorgt für eine gute Unterhaltung.
Der Artikel des Postillons sorgt für eine gute Unterhaltung.

Geheimdienstmitarbeiter hätten das Ziel der Auslandsaufklärung falsch interpretiert. Die Satirezeitschrift „Der Postillon“ nimmt den BND auf die Schippe.

shz.de von
27. April 2015, 12:37 Uhr

Die Satirewebiste „Der Postillon“ sorgt mit einem Artikel zur BND-Affäre für einen neuen Lacher: Demnach sollen die Geheimdienstmitarbeiter den Begriff „Auslandsaufklärung“ falsch interpretiert haben. Sie dachten, dass es ihr Job sei über Geheimnisse aus Deutschland im Ausland zu informieren: „Wir haben im Prinzip das exakte Gegenteil dessen getan, was eigentlich von uns erwartet wurde. Ich lach mich schlapp!“ sagt ein BND-Mitarbeiter im Postillon-Interview. Dabei wird auch gegen die Regierung gestichelt: „Warum schauen die uns eigentlich nicht manchmal auf die Finger? Ein wenig parlamentarische Kontrolle und schon wären Pannen wie diese praktisch ausgeschlossen.“

In der vergangenen Woche war bekanntgeworden, dass der deutsche Auslandsgeheimdienst über seine Abhörstation in Bad Aibling für die NSA gezielt die Kommunikation europäischer Unternehmen und Politiker ausgehorcht haben soll. Ein Regierungssprecher hatte am Sonntag einen Bericht der „Bild am Sonntag“ bestätigt, wonach der BND selbst schon 2008 über NSA-Versuche berichtet habe, Wissen über die Konzerne EADS und Eurocopter abzuschöpfen.


In der Spionage-Affäre um den Bundesnachrichtendienst und den US-Geheimdienst NSA verstärkt der Grünen-Politiker Hans-Christian Ströbele den Druck auf das Kanzleramt. „Es muss personelle Konsequenzen geben, aber nicht nur beim Bundesnachrichtendienst“, forderte Ströbele am Montag im „ZDF“-Morgenmagazin. „Das muss auch im Kanzleramt Konsequenzen haben“, sagte der Bundestagsabgeordnete, der Mitglied des Parlamentsgremiums zur Kontrolle der Geheimdienste ist.

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