Appell an G7-Agrarminister vor Treffen in Stuttgart Welthungerhilfe warnt vor „drastischem Anstieg“ der Zahl Hungernder

Von Tobias Schmidt | 13.05.2022, 01:00 Uhr

Vor dem G7-Agrarministertreffen am heutigen Freitag hat die Welthungerhilfe vor einem „noch drastischeren Anstieg“ der Zahl der Hungernden in Folge des Ukraine-Krieges gewarnt.

Um das zu verhindern, müssten die Agrarminister „schnellstmöglich angemessenen Akuthilfen auf den Weg bringen“, sagte Welthungerhilfe-Vizepolitikchef Rafael Schneider im Gespräch mit unserer Redaktion. Der Preisanstieg für Lebensmittel durch den Ukraine-Krieg treibe ansonsten die Zahl der Hungernden weiter in die Höhe.

Derzeit litten weltweit 800 Millionen Menschen an Hunger, sagte Schneider. Grund sei nicht nur der Krieg, sondern auch „Systemfehler“, die Bundeslandwirtschaftsminister Cem Özdemir (Grüne) und seine Kollegen dringend beheben müssten. Zudem dürften Maßnahmen gegen akute Versorgungsengpässe nicht auf Kosten des Umweltschutzes gehen. 

Die Welthungerhilfe kritisierte insbesondere den Plan Özdemirs, den Weizenanbau zu erleichtern, um einen Ausfall von Einfuhren aus der Ukraine zu kompensieren: „Auf ökologisch wichtige Brachflächen für den Getreideanbau in der EU zurückzugreifen, ist sehr kurzfristig gedacht“, sagte Schneider. „Stattdessen muss die landwirtschaftliche Entwicklung im Globalen Süden verbessert werden, regionaler Handel mit Agrargütern gestärkt, Importquellen ausgeweitet und Kleinbauern unterstützt werden.“

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