Neue Studie Fast jeder Zweite hält Radfahren für zu gefährlich

Von Marion Trimborn | 24.05.2022, 12:26 Uhr

Einfach aufs Rad schwingen und losfahren? Viele Menschen trauen sich das nicht, weil sie es für zu gefährlich halten. Eine neue Studie fördert Überraschendes zu Tage. 

Selbst für kurze Strecken nutzen viele Deutsche nicht das Fahrrad, weil sie um ihre Sicherheit fürchten. Das ist das Ergebnis einer Umfrage des Marktforschungsinstituts Ipsos im Vorfeld des Weltfahrradtages am 3. Juni. Demnach halten viele Menschen selbst in ihrer näheren Umgebung das Fahrrad für zu riskant.

Lieber zu Fuß oder mit dem Auto unterwegs

Laut Umfrage greift in Deutschland nur jeder Fünfte bevorzugt zum Fahrradlenker (21 Prozent der Befragten), um in seiner Wohngegend kurze Strecken bis zu zwei Kilometern zurückzulegen. Stattdessen setzen viele Deutschen aufs Auto: Bei der Befragung gab fast jeder Dritte (31 Prozent) an, für kurze Entfernungen stattdessen lieber das Auto zu nehmen. 33 Prozent gehen zu Fuß. Das gilt etwa für Besorgungen oder auch den Weg zur Arbeit.

Radfahrer fürchten um ihre Sicherheit

Die Deutschen sind dabei nicht einfach aus Bequemlichkeit Fahrrad-Muffel, wie die Umfrage zeigt. Der Grund ist demnach vor allem, dass sie um ihre Sicherheit fürchten. Laut Studie finden 42 Prozent der Deutschen, dass das Fahrradfahren in ihrer Umgebung zu gefährlich ist und Unfälle zu befürchten sind.

Deutschland im Mittelfeld

Damit liegt Deutschland im internationalen Vergleich im Mittelfeld. Ganz vorne landen die Niederlande, in denen das Fahrrad mit Abstand das am häufigsten genutzte Verkehrsmittel für Kurzstrecken ist: 45 Prozent der Niederländer fahren laut Befragung damit am liebsten in ihrer direkten Umgebung. Die Niederlande haben ein sehr gut ausgebautes Fahrrad-Netz und auch viele Fahrrad-Schnellwege, die das Radfahren attraktiv machen. Schlusslichter in Europa sind Spanien und Großbritannien, wo jeweils nur 6 Prozent der Befragten das Fahrrad für kurze Wege bevorzugen.

Forderung: Fahrradwege ausbauen

Dabei würden die Deutschen gerne häufiger aufs Rad steigen – drei von vier Befragten gaben in der Studie an, dass das Radfahren für den Umweltschutz und die Reduzierung von Co2-Emissionen sowie des Verkehrs sehr wichtig sei. Dabei haben die Befragten eine klare Forderung an die Politik: Eine Mehrheit von 53 Prozent verlangt, dass der Radverkehr bei neuen Straßen- und Verkehrsinfrastrukturprojekten in der eigenen Region Vorrang haben sollte. Dies ist laut Ipsos-Studie ein klares Signal an die Politik, in der Verkehrsplanung den Radverkehr zu bevorzugen.

Online-Umfrage

Die Ergebnisse stammen aus der internationalen Ipsos Global Advisor-Studie „Cycling across the world“ anlässlich des Weltfahrradtages am 3. Juni . Bei der repräsentativen Online-Umfrage wurden mehr als 20.000 Menschen aus 28 Ländern im Alter zwischen 16 und 74 Jahren befragt. 

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