Debatte über Steinmeiers „soziales Pflichtjahr“ Philosoph Precht: Auch Rentner sollten Gesellschaftsjahr leisten!

Von Tobias Schmidt | 16.06.2022, 01:00 Uhr

Seit dem Vorstoß von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier für ein soziales Pflichtjahr wird heftig diskutiert. Der Philosoph Richard David Precht unterstützt Steinmeier, fordert aber noch mehr.

Dass der Bundespräsident für zumindest ein soziales Pflichtjahr eintrete, „das freut mich sehr und hat meine volle Unterstützung“, sagte Precht im Gespräch mit unserer Redaktion. „Ich denke, das wird unserer Gesellschaft viel Gutes tun.“

Der Publizist und Podcaster will aber über Steinmeiers Pläne noch hinausgehen. Er werbe schon seit dem Aussetzen der Wehrpflicht vor elf Jahren dafür, „dass alle Menschen in Deutschland, sofern sie mental und körperlich dazu in der Lage sind, in ihrem Leben zwei Gesellschaftsjahre leisten sollten“, sagte Precht.

„Dient sozialen Zusammenhalt und ermöglicht Selbstwirksamkeitserfahrungen“

Ausdrücklich will er Rentner einbeziehen. Ein erstes soziales Engagement solle auf die Schule folgen, „und ein zeitlich deutlich reduziertes beim Eintritt ins Rentenalter.“

Prechts Überzeugung: „Gesellschaftsjahre dienen dem sozialen Zusammenhalt, erweitern den Horizont und ermöglichen Selbstwirksamkeitserfahrungen.“

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