Behörde sah keine Gesundheitsgefahr durch Moorbrand Kreis Emsland: Entwarnung war „aus Versehen“ nicht mehr online

Von Burkhard Ewert | 05.10.2018, 12:40 Uhr

Der Kreis Emsland erklärt es mit einem „Versehen“, dass eine Mitteilung zum Moorbrand seit Wochenbeginn nicht mehr online war. In dieser Erklärung hatte die Behörde am 19.9. mitgeteilt, dass der Qualm des Großfeuers auf dem Gelände der Wehrtechnischen Dienststelle in Meppen nach ihrer Einschätzung keine Gesundheitsgefährdung bedeute. Belastbare Messergebnisse lagen zu jenem Zeitpunkt aber nicht vor.

Mediziner hatten der Darstellung des Landkreises umgehend widersprochen. Auch in Kreisen der Feuerwehr stieß die Interpretation der Behörde auf Unverständnis - sie drangen auf Änderung. Mitte dieser Woche war der Text dann verschwunden. Kreissprecher Udo Mäsker erklärte nun, dass am Dienstag dieser Woche technische Änderungen auf der Webseite vorgenommen worden seien. In diesem Zuge sei die Meldung „kurzfristig offline“ gewesen, was ein „Versehen“ gewesen sei.

Abrufbar war die Erklärung erst wieder nach unserer Berichterstattung über ihr Fehlen am Donnerstag, während andere Meldungen permanent beziehungsweise sofort wieder verfügbar waren.

Mäsker legte gleichwohl Wert auf die Feststellung, dass die Presseinformation nicht aus inhaltlichen Gründen zurückgezogen worden sei. Offen ist damit weiterhin die Frage, warum der Landkreis in dem Text eine Gesundheitsgefährdung verneinte, obwohl für den Zeitpunkt der maximalen Rauchentwicklung keine belastbaren Messergebnisse vorlagen, sondern diese ausweislich eigener Bekanntmachungen umfassend erstmals am 20. September und also nach Veröffentlichung der Mitteilung des Kreises durch die Bundeswehr sowie erst ab dem 21. September im Auftrag des Landkreises selbst erhoben worden waren.

In nachfolgenden Presseinformationen äußert sich Landrat Reinhard Winter über etwaige Gefahren denn auch deutlich differenzierter als in dem vorübergehend verschwundenen Text.